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Mut zum gemeinsamen Ehrenamt macht Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon den interessierten Zehntklässlern des Remchinger Gymnasiums. Foto: Zachmann
Mut zum gemeinsamen Ehrenamt macht Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon den interessierten Zehntklässlern des Remchinger Gymnasiums. Foto: Zachmann
25.02.2016

Flüchtlinge als Unterrichtsthema: Viel Hilfsbereitschaft, keine Gruselstorys

Wenn das mal keine gelebte Gemeinschaftskunde ist: Am Donnerstag konnten Schüler der zehnten und zwölften Klassen des Remchinger Gymnasiums direkt mit Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon über die aktuelle Asylsituation in der Gemeinde und die Möglichkeiten ehrenamtlichen Engagements diskutieren. Ohne groß auszuholen, eröffnete Prayon das Fragenfeuer. Er selbst ist seit zwanzig Jahren nicht nur für die CDU, sondern auch für die Menschenrechtsorganisation Amnesty International engagiert.

Wo demnächst weitere Flüchtlingsheime geplant seien? – damit kommt Zehntklässler Gideon direkt zur Sache. Zwar habe Remchingen mit rund 300 Erstuntergebrachten in Darmsbach und weiteren etwa 60 Anschlussuntergebrachten zunächst die Quote erfüllt, so Prayon, „wir wissen aber nicht, wie die Entwicklung weitergeht und ob der Zustrom anhält.“

Frederik aus Keltern, der ebenso wie drei seiner Klassenkameraden ehrenamtlich schon beim Remchinger Netzwerk Asyl angepackt hat, fragt nach der Mentalität in der Bevölkerung und erinnert sich an den Brand der geplanten Unterkunft in Singen: „Stellen Sie noch immer fest, dass Flüchtlinge nicht willkommen sind?“, fragt er. Glücklicherweise sei die derzeitige Stimmung in der Gemeinde eine ganz andere, als es die damals bundesweiten Schlagzeilen vielleicht suggeriert hätten, zumal der mutmaßliche Tatverdächtige wohl nicht aus der Gemeinde stamme, lautete die Antwort des Bürgermeisters. „Wir haben das Glück, dass es in Darmsbach ein unglaubliches Engagement hunderter Ehrenamtlicher gibt.“

Prayon weiter: Unter der anfänglichen Stimmung habe es sicher auch begründete Bedenken gegeben. Bisher habe es in Darmsbach aber nur zwei größere Polizeieinsätze gegeben, wegen harmloser, verbaler Auseinandersetzungen – und einen Fahrraddiebstahl. „Aktuell ist es friedlich“, betont er. Drei Darmsbacher Schülerinnen bestätigen die Situation: „Ich hatte am Anfang Bedenken, war dann aber beim Begegnungsnachmittag und Sprachunterricht dabei – seitdem bin ich optimistischer“, sagt eine.

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