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So eine beheizte Zeltanlage mit Versorgungseinrichtungen wie in Köln will der Enzkreis für 120 Flüchtlinge in Maulbronn auf dem städtischen Gelände eines ehemaligen Lagerhauses bauen.  Foto: dpa-Archiv
So eine beheizte Zeltanlage mit Versorgungseinrichtungen wie in Köln will der Enzkreis für 120 Flüchtlinge in Maulbronn auf dem städtischen Gelände eines ehemaligen Lagerhauses bauen. Foto: dpa-Archiv
26.10.2015

Flüchtlingsunterbringung: Maulbronns Rathauschef warnt vor Schwarzmalerei

Spontaner Beifall für die Rede eines Kreisrats: Das ist unter den Kommunalpolitikern des Kreistags ganz selten. Doch der Maulbronner Bürgermeister Andreas Felchle (CDU) bekam im Schul- und Kulturausschuss bei der Diskussion über den Flüchtlingsandrang im Enzkreis Lob von allen Fraktionen für seinen Appell „gegen die Schwarzmalerei im Land“.

Nachdem Landrat Karl Röckinger und sein Vize Wolfgang Herz die Nöte geschildert hatten, zurzeit jede Woche rund 100 neue Asylbewerber unterzubringen, sagte Felchle: „Die ganze Betonung gefällt mir nicht.“ Das Land habe noch „viel Platz für Flüchtlinge“, so der Kreisrat, er warne davor, sich „ins Schicksal zu ergeben“.

Maulbronn zum Beispiel packe die zentrale Aufgabe an – „wir schaffen Plätze“. Die Stadt habe im Haus Schmie bereits Räume für rund 50 Personen eingerichtet. Der Enzkreis will nun auf dem städtischen Gelände eines früheren Lagerhauses in Maulbronn eine Zeltanlage für 120 Flüchtlinge bauen – „zu diesem Vorhaben habe ich bei uns noch kein einziges negatives Wort gehört“, sagte der Maulbronner Rathauschef. Er sei sich auch sicher, dass der Gemeinderat am Donnerstag, 29. Oktober, „ohne Piepstöne“ diesem Antrag des Kreises zustimmen werde.

Es gebe auch keinen Grund, fatalistisch zu argumentieren, sagte der CDU-Politiker: „Bis jetzt hat noch kein Deutscher persönliche Schmerzen ertragen müssen.“ Felchle warnte die Kreisverwaltung allerdings davor, jetzt weitere Hallen zu belegen. Der Schulsport dürfe nicht eingeschränkt werden.

Plätze, Plätze, Plätze – dazu gebe es keine Alternative, das sei die wichtigste Aufgabe. Wenn das Europa und die Bundesrepublik nicht hinkriegten, dann schaffe es wohl niemand.

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