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In Keltern beheimatet: Als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling kam Osumanu Batture (Mitte) aus Ghana nach Deutschland. Durch die exzellente Betreuung in der Außengruppe des Remchinger Sperlingshofs im Dietlinger Rössle stabilisierte sich der Lebensweg der künstlerisch talentierten 18-Jährigen. Jetzt könnte er eine Ausbildung als Altenpflegerhelfer, also in einem Mangelberuf, aufnehmen. Doch stattdessen soll er zurück in sein Ursprungsland. Mit im Bild vom Sperlingshof (von links): Franziska Harfmann, Kevin Reich, Rodica Panuta und Raimund Schmidt. Foto: Ketterl
In Keltern beheimatet: Als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling kam Osumanu Batture (Mitte) aus Ghana nach Deutschland. Durch die exzellente Betreuung in der Außengruppe des Remchinger Sperlingshofs im Dietlinger Rössle stabilisierte sich der Lebensweg der künstlerisch talentierten 18-Jährigen. Jetzt könnte er eine Ausbildung als Altenpflegerhelfer, also in einem Mangelberuf, aufnehmen. Doch stattdessen soll er zurück in sein Ursprungsland. Mit im Bild vom Sperlingshof (von links): Franziska Harfmann, Kevin Reich, Rodica Panuta und Raimund Schmidt. Foto: Ketterl
02.02.2018

Fragwürdig: Erst integrieren, dann abschieben

Keltern-Dietlingen. Am Beispiel Osumanu Batture stellt sich Frage der ökonomischem Vernunft: Der 18-Jährige aus Keltern ist in der Schule und am Ort bestens eingebunden – allerdings ist er nun von der Abschiebung bedroht.

Um es vorwegzunehmen: Im Fall von Osumanu Batture läuft formaljuristisch alles korrekt: Der heute 18-jährige Ghanaer ist Mitte 2016 als unbegleiteter, minderjähriger Flüchtling nach Deutschland gekommen. Aufgrund einer vom Gesetzgeber bereits im Sommer 2015 vorgenommenen Verschärfung unterliegt er damit einem pauschalen Beschäftigungsverbot für geduldete Asylbewerber aus sicheren Herkunftsländern. Und als solches wird Ghana vom Gesetzgeber eingestuft. Mehr noch: Der junge Mann ist nun sogar von der Abschiebung bedroht. Er ist von den Behörden aufgefordert worden, sich nachträglich über die diplomatische Vertretung von Ghana in Berlin Ausweispapiere zu besorgen, die er umgehend dem Regierungspräsidium Karlsruhe aushändigen soll. Seine Freunde glauben, dass die Vorlage eines gültigen Reisepasses bei den deutschen Behörden dazu führen wird, die Abschiebung überhaupt erst zu ermöglichen. Gleichwohl will der Ghanaer alles versuchen, einen Pass beizubringen. Ob sein Ursprungsland ihn dabei unterstützt, ist für ihn nicht absehbar.

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Faelchle
03.02.2018
Fragwürdig: Erst integrieren, dann abschieben

Schon wieder so ein Beispiel, wo man sich fragt, ob es nicht eine andere Lösung geben könnte. Mir geht sowas nicht in den Kopf hinein, dass es hier keine Ausnahmeregelung gibt: befristete Aufenthaltsgenehmigung plus Arbeitsvertrag als Übergangs Regelung, dann müsste Merkel nur noch 7999 Personen für den Pflegeberuf suchen. Kicher - Kicher. Wenn ein pauschales Beschäftigungsverbot für Geduldete besteht, dann bitte im Gegenzug gefälligts eine Beschäftigung für Anerkannte, bisher tun die nichts.... mehr...