nach oben
Friolzheims Rathaus soll umgebaut werden, ein neuer Eingang mit Rampe auf der Westseite (rechts) entstehen. Foto: Tilo Keller
Friolzheims Rathaus soll umgebaut werden, ein neuer Eingang mit Rampe auf der Westseite (rechts) entstehen. Foto: Tilo Keller
21.07.2015

Friolzheim will seinen Verwaltungssitz gründlich umbauen.

Die Planung zur Modernisierung des Friolzheimer Rathauses stand im Mittelpunkt der jüngsten Gemeinderatssitzung. Architekt Ulrich Kiedaisch hat dem Gremium den Entwurf vorgelegt. Laut seiner Kostenschätzung liegen die Gesamtbaukosten bei rund 902 000 Euro.

Auffälligste geplante Veränderung neben Sanierungen und Umbauten soll ein neuer Zugang auf der Westseite sein. Barrierefrei soll es über eine Rampe ins über Straßenniveau liegende Erdgeschoss gehen. „Warum braucht man die Rampe, früher gab es zwei riesengroße Tore auf beiden Seiten und unser Rathaus war ebenerdig zugängig“, erinnerte sich Gemeinderätin Barbara Merz-Schabel (WFF). Fraktionskollege Jürgen Böhmler merkte an, dass durch die Rampe auch zwei Stellplätze wegfallen. Er schlug vor zu prüfen, ob der behindertengerechte Zugang nicht über einen Treppenlift im bisherigen Eingangsbereich möglich sei. Auch Gemeinderat Andreas Schur (WFF) kritisierte den Wegfall der beiden Parkplätze. Insgesamt vermisste er eine Alternativplanung.

Gemeinderat Mehdi Haji Javad (CDU/BL) brachte statt der Rampe einen Aufzug im Außenbereich ins Gespräch, um damit auch das Obergeschoss zu erschließen. Architekt Kiedaisch erklärte, dass schon ein Treppenlift regelmäßige technische Prüfungen nach sich ziehen würde. Außerdem bezweifle er, ob der Platz im Eingangsbereich dafür ausreichte. Einen Aufzug im Außenbereich schätzte er als wesentlich teurer ein.

„Wir haben immer wieder Beschwerden gehabt von Rollstuhlfahrern, aber auch von Müttern mit Kinderwägen“, rechtfertigte Bürgermeister Michael Seiß die Rampenpläne. Schwierig seien aber auch die engen Verhältnisse im Rathaus. Einen Kinderwagen abzustellen, sei schwer. Unter Einbeziehung der beiden Räume, die durch den Weggang des Notars frei werden, soll der Innenbereich großzügiger werden.

Lob für Pläne und Rampe gab es von Gemeinderat Michael Welsch (FWV) und Fraktionskollegin Ellinor Schmidt, die vorschlug, den bisherigen Eingang aufzugeben und durch Anheben des Bodenniveaus in die Nutzung einzubeziehen. „Man könnte das Niveau angleichen und die Fläche dem Bürgerbüro zuschlagen“, griff Seiß den Vorschlag auf.

Bei einer Verlegung des Haupteingangs sah Architekt Kiedaisch allerdings Gesprächsbedarf mit dem Landesdenkmalamt. Eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach, wie von Mehdi Haji Javad vorgeschlagen, hielt er aus Denkmalschutzgründen ebenfalls für ausgeschlossen. Zudem sei dafür die Dachgeometrie nicht geeignet. Bürgermeister Seiß brachte bei diesem Thema das benachbarte Mehrzweckgebäude ins Spiel, für das eine Dacherneuerung ansteht. Am Ende stimmte das Gremium mit neun Stimmen für die vorliegende Planung, fünf Gemeinderäte stimmten dagegen. Als nächster Schritt soll der Bauantrag gestellt werden.