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Verwaist waren die Bierbänke im Freien. Gefeiert wurde trotzdem – zum Beispiel im Zelt der Freiwilligen Feuerwehr.
Falls der Regen die heimischen Scheiben doch nicht sauber wäscht: Jürgen Walter preist unermüdlich seine Fensterreiniger an. Tilo Keller
16.05.2016

Friolzheimer Pfingstmarkt ganz im Zeichen des schlechten Wetters

Regenschirme und warme Jacken sind beim Besuch des Pfingstmarktes in Friolzheim unerlässlich gewesen. Auch wenn die Eisheiligen ihre Finger im Spiel hatten, die Besucher strömten trotzdem zu der beliebten Veranstaltung im Herzen der Gemeinde und nahmen dafür teilweise auch weite Anfahrtswege in Kauf.

Die Tradition des Friolzheimer Pfingstmarktes reicht bis ins Jahr 1832 zurück. Sicherlich hat sich das Angebot in 184 Jahren völlig verändert, wenngleich es auf dem Krämermarkt immer noch einige althergebrachte und bewährte Dinge zu entdecken gab, wie Bürsten und Besen für jeden Bedarf und viele weitere Haushaltshelferlein. In diesem Jahr hatten Marktbeschicker und Besucher allerdings mit viel Regen und ungemütlichen Temperaturen zu kämpfen. „In den letzten Jahren war es immer gut, auch wenn es davor geregnet hat, am Pfingstmontag war das Wetter dann wieder schön“, erinnerte sich der Friolzheimer Werner Springer. „Heute fallen einem fast die Finger weg beim Schirm tragen.“

Der Gang über den Markt wurde mit den vielen Schirmen regelrecht zum Slalomlauf. Und auch vor den wassergefüllten Dächern der Marktstände musste man sich in Acht nehmen, da sie gelegentlich vom Wind ausgeleert wurden.

Während in den vergangenen Jahren eher Sonnenhüte und dünne Sommerkleidchen stark nachgefragt waren, ging es heute eher um dicke Socken und schützende Schals. Auch die Verkäufer, die sonst mit ihren unterhaltsamen Verkaufsshows raffinierte Haushaltshelfer an den Mann und an die Frau brachten, blieben in diesem Jahr eher zurückhaltend und warteten die wenigen Regenpausen ab, ehe sie wieder Publikum anlockten.

Unterdessen verwaisten die im Freien stehenden Reihen der Bierbänke im Regen, während die Besucher unter Dächern und Zelten enger zusammenrückten. Auch bei der Freiwilligen Feuerwehr blieb kein Platz leer, denn bei Speis und Trank und musikalischer Unterhaltung wurde es im Bewirtungszelt sogar gemütlich warm.

Doch auch an den anderen Ständen waren warme Speisen stets gut nachgefragt. „Wir nehmen es sportlich“, sagte Rainer Benzinger, Vorstand der TSG Friolzheim, der mit dem Vereinsteam Schupfnudeln, Schnitzelweck und Würste anbot. „Ich kann mich nicht entsinnen, dass es bei den Märkten in den letzten 30 bis 50 Jahren mal so konstant geregnet hat.“ Trotzdem seien seiner Einschätzung nach überraschend viele Besucher da. Er erinnerte an den Pfingstmarkt vor zwei Jahren, der wegen brütender Hitze mit Temperaturen um 40 Grad nicht ganz so gut besucht war. „Da ist heute mehr los“, stellte er fest.