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14.10.2015

Frontalangriff auf den Verkehrsverbund

Matthias Lieb aus Mühlacker vom Verkehrsclub (VCD) übt harte Kritik an der Geschäftsführung des VPE. Jetzt gehe es um die Zukunft des Verkehrsverbunds Pforzheim-Enzkreis (VPE).

Seit Jahren seien die Fahrgastzahlen beim VPE rückläufig, während sie beim benachbarten Stuttgarter Verbund steigen. Lieb macht sich für einen Strategiewechsel stark: „Entweder orientiert sich der VPE stärker am Ziel, neue Fahrgäste zu gewinnen, oder es stellt sich die Frage, ob der VPE in den Nachbarverbünden KVV und VVS aufgeht.“

Lieb, der schon oft die Zersplitterung des Nahverkehrs mit 22 Verbünden in Baden-Württemberg kritisiert hat, fordert in einem Brief an den Aufsichtsrat des VPE sowie Landrat Karl Röckinger und Pforzheims Oberbürgermeister Gert Hager ein Umdenken. Der VPE habe in den vergangenen Jahren die Preise für Fahrgäste, die nur gelegentlich Busse und Bahnen nehmen, überproportional erhöht. „Die Tagesnetzkarte für Gruppen zum Beispiel stieg innerhalb von sieben Jahren um 80 Prozent an“, so Lieb.

Der Stuttgarter Verbund lege aber auch deshalb zu, weil aktiv für das Angebot geworben werde, sagt der VCD-Vorsitzende. Dagegen habe er beim VPE den Eindruck, dass „Marketingmaßnahmen weitgehend eingestellt wurden“. Für ihn sei es nicht verwunderlich, dass beim VPE „die Zahl der Gelegenheitskunden von 2012 bis 2014 um rund elf Prozent zurückging“. Wenn jetzt die Tickets teurer werden, verringere das den Kreis der Nutzer noch mehr.

Bei der Diskussion über bessere Bustarife vom Heckengäu in Richtung des Böblinger Raums mit dem VVS hätten der VPE und die Kreisverwaltung befürchtet, dass der VPE dadurch in der Existenz bedroht wäre. Vielleicht könne der VPE mit geringer Personalstärke nicht mehr leisten. Für den VCD stelle sich dann aber die Grundsatzfrage – Pforzheim und der Enzkreis könnten mehr für die Fahrgäste erreichen, wenn man intensiv mit dem stärkeren KVV und dem VVS zusammenarbeite.