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Das frühere Amtshaus der Freiherren von Gemmingen schauen sich in Neuhausen (von links) Meinrad Stotz, Florian und Herbert Jost, Heinrich Leicht, Anita Leimbach, Ingeborg Dreizler, Heidi Kukula, Elsbeth Jenkens und Shu Ling Wang an.Foto: Fux
Das frühere Amtshaus der Freiherren von Gemmingen schauen sich in Neuhausen (von links) Meinrad Stotz, Florian und Herbert Jost, Heinrich Leicht, Anita Leimbach, Ingeborg Dreizler, Heidi Kukula, Elsbeth Jenkens und Shu Ling Wang an.Foto: Fux
11.09.2016

Früher ein kleines Landratsamt: Tag des offenen Denkmals

Neuhausen. Noch sieht man dem ehemaligen Amtshaus der Freiherren von Gemmingen nicht an, welche Rarität sich unter den Eternitplatten und einer dicken Putzschicht vergräbt: Fachwerkbau des 17. Jahrhunderts mit geschweiften „Andreaskreuzen“ unter den Fenstern. Grund genug für den Förderverein St. Sebastian, das sogenannte Schwahl-Haus, das derzeit noch im Besitz einer Erbengemeinschaft ist, am „Tag des offenen Denkmals“ in den Vordergrund zu stellen und sich für den Erhalt einzusetzen.

„Das Haus war ursprünglich das Amtshaus der Freiherren von Gemmingen, eine Art kleines Landratsamt für die Herrschaft Gemmingen Steinegg und die fünf Bietdörfer“, weiß Heinrich Leicht vom Förderverein, dem der Erhalt des Haus in der Pforzheimer Straße seit Jahrzehnten am Herzen liegt. Auch die Statue der Germania hat dort in unmittelbarer Nähe seit den 1980er Jahren wieder ihren angestammten Platz, was ebenso mit ein Verdienst des Fördervereins ist. „Das Haus wurde immer wieder der Gemeinde angeboten“, sagt Leicht.

Nun sei ein junges Ehepaar sehr an dem einst schmucken Gebäude interessiert, das vielen Generationen als Wohn- und Geschäftshaus diente. Doch seit einigen Jahren steht das ehemalige Amtshaus der Freiherren von Gemmingen, das Schwahl-Haus, leer. Ein Thema, das am Tag des Denkmals auf Wunsch des Fördervereins die Architekten Herbert und Florian Jost im Schwalbennest aufgriffen.

„Ortskerne bluten aus“

„Die Ortskerne sind nicht mehr belebt, die Ortschaften bluten aus. Es gibt viele Leerstände und die Neubaugebiete an Ortsrandlagen sehen alle gleich aus“, bedauern Vater und Sohn des Tiefenbronner Architekturbüros Jost. Die Architekten unterstrichen die Wichtigkeit, bestehende Ortschaften mit Leben zu füllen, statt der üblichen Ortsrandbebauung. Dass es auch anders gehe, bewiesen gelungene Bebauungspläne, wie es sie beispielsweise in Pforzheim Tiergarten mit entsprechendem Leitbild gebe. Aber auch positive Beispiele eines Ortes in Graubünden in der Schweiz hatten Herbert und Florian Jost im Gepäck.

Immer wieder geht es den beiden um ortsbildprägende, charakteristische Straßenzüge und Häuser. Um Orte und Ortskerne, die wieder mit Leben gefüllt werden sollen, darunter auch viele Beispiele und eine bilderreiche Bestandsaufnahme aus Tiefenbronn, Lehningen und Mühlhausen.