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Über vier Stunden lang tagten die Mitglieder bei der Frühjahrssitzung der Kirchenbezirkssynode der Evangelischen Kirchengemeinde Neuenbürg im Gemeindehaus am Schlossberg. Foto: Ganzhorn
Über vier Stunden lang tagten die Mitglieder bei der Frühjahrssitzung der Kirchenbezirkssynode der Evangelischen Kirchengemeinde Neuenbürg im Gemeindehaus am Schlossberg. Foto: Ganzhorn
28.02.2016

Frühjahrssynode im evangelischen Kirchenbezirk Neuenbürg: Diakonie im Umbruch

Um für ihre Arbeit an der Gesellschaft zukunftsfähig zu bleiben, geht die Diakonie im evangelischen Kirchenbezirk Neuenbürg neue Wege. Stetig steigende soziale Nöte sowie gleichzeitig zurückgehende Gemeindegliederzahlen und damit sinkende Finanzen wecken neue inhaltliche Herausforderungen. Viereinhalb Stunden lang befassten sich die Synodalen bei ihrer Frühjahrssitzung im Gemeindehaus am Schlossberg daher mit dem vielfältigen Thema Diakonie im Umbruch. „Mit unserer Synode sind wir am Puls der Zeit und wollen Themen betreiben, die dran sind“, so gab Dekan Joachim Botzenhardt den Kurs Richtung Zukunft vor.

Drei Themenblöcke galt es an diesem Abend zu bearbeiten. Zum einen beschäftigte die Weiterentwicklung der Diakonischen Bezirksstelle (DBS) die Synodalen. Diese in Neuenbürg angesiedelte Einrichtung bietet individuelle Beratung und Hilfe bei sozialen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten und unterstützt bei der persönlichen Lebensbewältigung. Der Standort Neuenbürg soll erhalten bleiben und darüber hinaus gestärkt werden. Um jedoch als größere Einheit von den Landkreisen ernster genommen zu werden und gegenüber Zuschussgebern eine schlagkräftige Einheit zu bilden habe man Kontakte zu potenziellen Partnern gesucht, teilte Botzenhardt mit. Neben Gesprächen mit dem Diakonieverband im Kreis Calw, bei dem bereits eine Mitgliedschaft besteht, gab es Tuchfühlung zum Kirchenbezirk Mühlacker. Ein Aufteilen der DBS in beide Landkreise kam jedoch nicht infrage. Daher soll die Einrichtung nun zum 1. Januar 2017 in den Diakonieverband Calw integriert werden.

Doch auch im Enzkreis wurde durch das Vorfühlen aus Neuenbürg ein Prozess in Gang gesetzt. Die Gründung eines eigenen Diakonieverbands steht ebenfalls zum 1. Januar 2017 an und zwar über die landeskirchlichen Grenzen von Baden und Württemberg hinweg. In diesem künftigen Diakonieverband Enzkreis strebt der Kirchenbezirk Neuenbürg die Mitgliedschaft an. Dem Vorhaben stimmte die Synode im Grundsatz zu. Die endgültige Entscheidung soll aufgrund noch zu klärender Einzelheiten zur Finanzierung bei der Herbstsynode folgen.

Bericht vom Asylcafé

Über die Flüchtlingsarbeit im Kirchenbezirk sprach Pfarrer David Gerlach aus Conweiler. Unterlegt mit Bildern berichtete er von der Arbeit im Asylcafé, von Deutschkursen und Unternehmungen. „Unser Ländle braucht keine Mutlos-Partei, die sich die Hände reibt, wenn Dinge wie in Köln passieren“, so Gerlach. „Wir helfen Menschen in Not, wir können nicht anders. Punkt.“

Mit der demografischen Entwicklung beschäftigen sich die Synodalen bereits seit etlichen Monaten. Aus den drei Arbeitsgruppen Kirche, Jugendliche und Bildung, Arbeitswelt und Mobilität sowie Alter und Gesundheit wurden Abschlussberichte vorgetragen. Überrascht, ernüchtert und auch ratlos habe man auf manche Analyse reagiert, so Botzenhardt. Jetzt gelte es, aus diesen Erkenntnissen Konzepte zu erarbeiten.