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Der polnische Kastenwagen wurde vor fast drei Monaten abgestellt.
Der polnische Kastenwagen wurde vor fast drei Monaten abgestellt.
Eine Warnung an Dauerparker vor dem Parkplatz, aber Hansjörg Reisser weiß: Die Abschleppkosten bleiben an ihm hängen. Foto: Seibel
Eine Warnung an Dauerparker vor dem Parkplatz, aber Hansjörg Reisser weiß: Die Abschleppkosten bleiben an ihm hängen. Foto: Seibel
Ein illegal aufgestellter Kleidercontainer muss ebenfalls entsorgt werden.
Ein illegal aufgestellter Kleidercontainer muss ebenfalls entsorgt werden.
08.12.2016

Frust über abgestellte Schrottautos in Niefern

Kopfschüttelnd steht Hansjörg Reisser auf dem Parkplatz vor dem Nieferner Rewe-Markt. Der 60-Jährige aus Kämpfelbach hat die Fläche an den Discounter vermietet, damit Kunden ihren Wagen abstellen können – und ärgert sich regelmäßig über Dauerparker, die ihre Schrottwagen einfach stehenlassen.

Was den Betriebswirt am meisten aufregt: Er hat kaum Möglichkeiten, sich gegen den Missbrauch zu wehren. „Da hat es eine Kommune viel leichter, die Autos einfach zu verschrotten“, meint er mit einem resignierten Achselzucken.

Bestes Beispiel sei der PZ-Bericht über einen Wagen, der auf dem öffentlichen Parkplatz vor dem Schömberger Friedhof einfach abgestellt worden war und die Zufahrt zu einem Container behinderte. Die Gemeinde erhielt keine Reaktion, als sie den Halter in Frankreich anschrieb. Daraufhin setzte das Rathaus eine Frist und ließ den Wagen schließlich abschleppen und verschrotten. Für Hansjörg Reisser gestaltet sich das alles weitaus schwieriger, wie schnell deutlich wird.

Drei Schrottautos

An diesem kalten Morgen entdeckt er auf seinem Grundstück einen illegal aufgestellten Altkleider-Container ohne Adressaufkleber. Außerdem drei Autos, die schon vor längerer Zeit abgestellt wurden: Ein blauer Kastenwagen mit polnischem Kennzeichen. „Das Auto steht jetzt seit fast drei Monaten hier“, meint Reisser. In jüngster Zeit dazugekommen sind ein alter Fiesta ohne Kennzeichen und ein silberner Nissan ebenfalls ohne Nummernschild, der seit vier Wochen direkt beim Einkaufsmarkt steht. An der Rückscheibe zeugt der Namensaufkleber „Lia Sophie“ davon, dass das Auto wohl mal einer Familie gehört hat.

Zum Teil benutzen die Autohändler aus der Nachbarschaft seinen Parkplatz einfach als Abstellfläche, meint Reisser. Irgendwann verschwinden die Autos auch wieder. Manchmal würden die Schrottwagen aber von ihren Besitzern einfach ihrem Schicksal überlassen und der Kämpfelbacher muss sich um die Entsorgung kümmern. „Das ist gar nicht so einfach“, erzählt er aus langjähriger Erfahrung. Regelmäßig steht er im Kontakt mit der Polizei, dem Nieferner Ordnungsamt und dem Landratsamt – meist ohne Erfolg. Die Polizei könnte nur einschreiten, wenn ein Auto verkehrsgefährdend parkt und beispielsweise eine Feuerwehrzufahrt zustellt. Das Ordnungsamt ist eigentlich nur für öffentliche Flächen zuständig. Und bei der Zulassungsstelle beißt der 60-Jährige auf Granit, wenn er eine Auskunft über den Halter haben möchte: Datenschutz.

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