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Der Wildtierbeauftragte des Enzkreises, Dieter Krail, schätzt, dass an die 3000 Füchse in Pforzheim und im Enzkreis beheimatet sind. Foto: Kirchner
Der Wildtierbeauftragte des Enzkreises, Dieter Krail, schätzt, dass an die 3000 Füchse in Pforzheim und im Enzkreis beheimatet sind. Foto: Kirchner
03.09.2015

Füchse im Enzkreis auf dem Vormarsch - Tollwut aktuell kein Thema

Der Fuchs gilt gemeinhin als äußerst intelligentes Tier. Schon in den Märchen der Gebrüder Grimm wird der Vierbeiner als schlau und gewieft beschrieben. Das merken auch immer mehr Hausbesitzer, die in Waldrandnähe wohnen. Denn das rot-braune Wildtier schleicht sich in der Nacht immer häufiger an Wohngebiete heran.

„Die Füchse zeigen eine Art Revierverhalten. Wenn sie ihre Jungen groß gezogen haben, dann müssen sie das Revier der Eltern verlassen“, erklärt der Wildtierbeauftragte des Enzkreises, Dieter Krail. Wenn sie im Wald kein eigenes Gebiet finden, dann zieht es sie eben aufs Land – oder auch in die Stadt. Schließlich gibt es dort genug zu fressen. „Viele Menschen füttern ihre Katzen und Hunde draußen im Garten. Die Füchse merken sich, dass es dort Futter gibt und beziehen in diesem Gebiet ihr Quartier“, so Krail. Auch sonst ist das Nahrungsangebot gut, etwa durch die zahlreichen Feldmäuse, die es ebenfalls im heimischen Garten gibt. Knapp 3000 Füchse leben im Enzkreis und in Pforzheim. Das schätzt Dieter Krail, der gleichzeitig auch Kreisjägermeister ist.

1000 bis 1500 Füchse wurden in diesem Jahr bereits von Jägern im Kreis erlegt. Im Vergleich dazu waren es gerade mal 50 bis 60 Hasen. Freilich sind die Jäger in der Region eher damit beschäftigt, Schwarzwild zu erlegen. Dabei rechnet Krail mit einem Rekord. Der milde Winter und mehr als genug Futter haben die Zahlen des Schwarzwildes ordentlich in die Höhe schnellen lassen, wodurch die Füchse derzeit etwas in den Hintergrund treten. Wie dem auch sei, wer einen Fuchs bei sich im Garten hat, muss keine Angst haben. Die Tiere greifen keine Menschen an. Auf keinen Fall sollten Spaziergänger Beeren pflücken, die auf Kniehöhe oder darunter hängen. An ihnen könnten die Eier des Fuchsbandwurms haften, der für den Menschen gefährlich ist. Auch im Garten lautert dieser Bandwurm. Krail rät: „Die Eier des Fuchsbandwurms gehen nur dann kaputt, wenn man das Obst oder Gemüse kocht.“

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