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13.07.2009

Fünfter bestätigter Schweinegrippe-Fall im Enzkreis

ENZKREIS. Der fünfte Patient hat sich im Enzkreis mit dem so genannten Schweinegrippe-Virus H1N1infiziert. Der 46-Jährige hat sich nicht bei einer Reise, sondern in der Region bei einem Arbeitskollegen angesteckt. 

Der 46-Infizierte stammt nach Angaben von Dr. Roswitha Kull, Leiterin des Gesundheitsamtes, aus dem östlichen Enzkreis. Hier hatte er mit vier Personen Kontakt, die laut Pforzheimer Gesundheitsamt jetzt isoliert wurden. Der Erkrankte hat sich bei einem Arbeitskollegen angesteckt und beide hatten in ihrer Firma Kontakt mit weiteren Kollegen. Diese wohnen in den Nachbarkreisen Ludwigsburg und Stuttgart. Deshalb kann Kull nicht sagen, wie viele Kontaktpersonen es tatsächlich gibt.

Der Situation angepasst

Allerdings verweist die Chefin des Gesundheitsamtes darauf, dass derzeit bundesweit darüber diskutiert wird, ob nicht das Krankheits-Management in Deutschland der aktuellen Situation angepasst werden soll. Denn die Zahlen der Erkrankten steigen weiterhin an: Im Land gibt es nach Angaben von Kull derzeit 98 nachgewiesene Fälle und 16 Verdachtsfälle. Von den 98 nachgewiesenen Fälle haben sich 45 Patienten nicht im Ausland, sondern in Deutschland angesteckt.

Bisher müssen alle Kontaktpersonen eine Woche lang isoliert werden, auch wenn sie keine Symptome zeigen. Dieser Umgang wird jetzt aufgrund der Fülle an Infizierten diskutiert. Immerhin sind bundesweit nach Angaben von Kull 737 nachgewiesene Fälle und 54 Verdachtsfälle gemeldet. Die meisten Krankheiten traten in Nordrhein-Westfalen auf. Baden-Württemberg liegt auf dem zweiten Platz der Statistik.
„Es werden immer mehr“, stellt auch Roswitha Kull fest, die am kommenden Donnerstag nach Stuttgart fahren wird, um dort im Landesgesundheitsamt über das künftige Vorgehen informiert zu werden.

Der erste Schweinegrippe-Fall war Mitte Juni im Enzkreis aufgetreten. Damals hatte es einen Piloten getroffen, der kurz nach seiner Rückkehr aus den USA erkrankt war. Bislang seien die Erkrankungsfälle im Enzkreis milde verlaufen, sagt Kull. Auch der jetzt Erkrankte sei in seinen eigenen vier Wänden und würde keinen schweren Verlauf aufweisen.