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Keinen Lauf wie jeder andere: Beim Homerun-Sponsorenlauf der Liebenzeller Gemeinschaft Remchingen gab es einige Hindernisse zu überwinden. Die Herausforderung nahmen vor allem junge Sportler gerne an. Foto: Zachmann
Keinen Lauf wie jeder andere: Beim Homerun-Sponsorenlauf der Liebenzeller Gemeinschaft Remchingen gab es einige Hindernisse zu überwinden. Die Herausforderung nahmen vor allem junge Sportler gerne an. Foto: Zachmann
09.08.2015

Für Asylarbeit und das Gemeindehaus geben 80 Läufer in Wilferdingen ordentlich Gas

Remchingen-Wilferdingen. Für den guten Zweck geschwitzt und Gas gegeben haben am Samstag über 80 Läufer beim Homerun-Sponsorenlauf der Liebenzeller Gemeinschaft Remchingen. Was am Rande des Wilferdinger Gewerbegebiets Billäcker auf den ersten Blick hätte aussehen können wie ein überdimensionaler, mit rot-weißem Flatterband abgesteckter Grundriss des neuen Gemeindehauses, war der durchaus herausfordernde Rundkurs, auf dem die Läufer Runde für Runde Spenden für eben den geplanten Neubau und für die Flüchtlingsarbeit im Remchinger Netzwerk „Asyl“ sammelten.

Keinen Lauf wie jeder andere, haben Michael Schneider und sein Team vorbereitet: Wie im richtigen Leben geht es an fünf Hindernissen mal auf und mal ab. So springen die Sportler in der prallen Sonne lässig auf und vom Strohwagen, genießen die Abkühlung des Rasen-Sprinklers und trauen sich nicht nur um, sondern auch durch den Wassergraben. Für Kinder gibt es wahlweise eine Extrastrecke. „Die Hindernisse machen den Lauf spannend“, freut sich die 18-jährige Simona Beutler. Friedbert Gay aus Wilferdingen hat gleich zehn Läufer motiviert, mitzumachen: „Wir wollen ein Zeichen setzen, auch in Bezug auf die Asylarbeit. Wenn man da nur schweigt, hilft es einem nicht weiter.“

Drei Stunden lang können die Läufer immer wieder einsteigen und sich Pausen gönnen – beispielsweise am Grillstand bewirtet von einigen Asylbewerbern – oder bei der akrobatisch-beeindruckenden Mischung aus Tanz und Kampfkunst der Capoeira-Gruppe Pforzheim. Pause? Jonathan Walch zieht durch und lässt seinen Spender nicht billig davonkommen: Nach einer knappen Stunde überquert er bereits zum 20. Mal die Ziellinie des 550 Meter langen Rundkurses. Das toppen nur wenige. Aber selbst die gibt es, zum Beispiel Michael Schneider, der ganze 40 Runden läuft.

„Relativ früh war uns klar, dass wir mit dem Lauf nicht nur für unser eigenes Projekt, sondern auch für eine gute Aktion im Dorf sammeln wollen“, erklärt Gemeinschaftspastor Thomas Ritter die Spendenteilung, die feststand, bevor das Thema durch den Brand eines für Asylbewohner geplanten Hauses in Singen in den Fokus gerückt ist. Während die Sponsoren selbst entscheiden konnten, ob sie fürs Gemeindehaus, für die Asylarbeit oder für beides spenden, ist das Ergebnis ersten Schätzungen zufolge für beide Projekte ausgewogen. Sobald sie etwas mehr als ein Drittel der Baukosten zusammen haben, wollen die Mitglieder der Liebenzeller Gemeinschaft im nächsten Jahr gemeinsam mit dem Bauen beginnen.