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Der Ballsport verbindet: Die syrischen Flüchtlinge Tarik Serhan und Mahmoud Katelah („Golden Eagles“ Bad Liebenzell), Rolf Geckle, Vorsitzender des SV Waldrennach, sein Teamkapitän Raoul Thome und Eshref Shehu, ältester Spieler des Neuenbürger Flüchtlingsteams hatten viel Spaß bei einem Flutlichtturnier. Foto: Hepfer
Der Ballsport verbindet: Die syrischen Flüchtlinge Tarik Serhan und Mahmoud Katelah („Golden Eagles“ Bad Liebenzell), Rolf Geckle, Vorsitzender des SV Waldrennach, sein Teamkapitän Raoul Thome und Eshref Shehu, ältester Spieler des Neuenbürger Flüchtlingsteams hatten viel Spaß bei einem Flutlichtturnier. Foto: Hepfer
30.09.2016

Fußball als gemeinsame Sprache: Turnier mit Flüchtlingen

Neuenbürg-Waldrennach. Dass die Fußball-Sprache jeder versteht, ob er nun aus Deutschland, Syrien dem Irak oder aus Gambia stammt, haben die Freizeitkicker des SV Waldrennach gezeigt. „Bei unserem jährlichen Freizeitturnier gab es Kontakte zu Flüchtlingen aus Bad Liebenzell“, erzählt der Waldrennacher Vereinsvorstand Rolf Geckle. „Daraus ist die Idee entstanden, uns für die Integration von Asylbewerbern zu engagieren.“ Herausgekommen ist ein kleiner, aber feiner Wettbewerb zwischen den eigenen Freizeitkickern und zwei Flüchtlingsteams aus Neuenbürg und Bad Liebenzell. „Sogar unser Kassenwart hat mitgespielt – und der trennt sich normalerweise nicht gerne vom Geld“, fügt Geckle mit einem Augenzwinkern hinzu.

Kiez-Club unterstützt die Idee

Das gegenseitige Kennenlernen beschränkte sich freilich nicht nur auf den Fußballplatz. Sogar der Hamburger Kult-Club FC St. Pauli schaltete sich ein. Denn der „Weltpokalsieger-Besieger“, der mit diesem Slogan gerne darauf hinweist, auch schon mal den FC Bayern München bezwungen zu haben, unterstützte das freundschaftliche Treffen spontan mit einem Auto-Anhänger voller Sportkleidung. „Besonders die Fußballschuhe waren heiß begehrt“, betont Jens Boschenen, der die Spendenaktion in die Wege leitete. Dafür ließ der Sportmanagement-Student seine Beziehungen zum Kiez-Club spielen, bei dem er ein Praktikum absolviert hatte. „Die Zusage war im Handumdrehen da. Der FC St. Pauli ist eben ein Club, der sich besonders auch für soziale Belange einsetzt“, lobt der 28-Jährige.

Begrüßt wurden alle Turnierteilnehmer und etwa 50 Zuschauer von der Waldrennacher Ortsvorsteherin Ursula Dietz, die anschließend am Grillstand mit anpackte. Für gute Laune auf dem Spielfeld an der Eichwaldhalle sorgten die Freizeitmannschaften. Und das, obwohl bei anbrechender Dunkelheit nur zwei von drei Flutlichtmasten funktionierten. Den Gegner vom Mitspieler zu unterscheiden war dabei nicht selten eine knifflige Sache.

Zu kämpfen hatten vor allem die Gastgeber vom SV Waldrennach, die sowohl gegen das Neuenbürger Flüchtlingsteam (1:3) als auch gegen die „Golden Eagles“ aus Bad Liebenzell (2:5) unterlagen. Immerhin gelangen der „Horeb“-Truppe durch Christopher Reule und den Bieselsberger Gastspieler Niklas Schuppler als Doppeltorschütze drei Ehrentreffer. Den Turniersieg holten sich jedoch die „Golden Eagles“ durch ein 5:2 über die Neuenbürger Flüchtlingskicker. „Unser jüngster Spieler hat gerade mal elf Jahre auf dem Buckel, ist gelaufen wie ein Hase und war hinterher total erledigt“, bilanziert Uwe Bleck vom Netzwerk Asyl in Neuenbürg, der die Mannschaft aus dem Enztal betreute.

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