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Aus allen Nähten geplatzt ist die Friolzheimer Zehntscheune am Donnerstagabend. Rund 90 Eltern waren der Einladung der Gemeinde zum Informationsabend über den neuen Träger Honigtopf und sein Konzept für die Ganztagsbetreuung der Grundschüler gefolgt. Im Bild links: Bürgermeister Michael Seiß. Foto: Dast-Kunadt
Aus allen Nähten geplatzt ist die Friolzheimer Zehntscheune am Donnerstagabend. Rund 90 Eltern waren der Einladung der Gemeinde zum Informationsabend über den neuen Träger Honigtopf und sein Konzept für die Ganztagsbetreuung der Grundschüler gefolgt. Im Bild links: Bürgermeister Michael Seiß. Foto: Dast-Kunadt
13.04.2018

Ganztagsbetreuung in Friolzheim: Eltern zweifeln an Verwaltung

Friolzheim. „Ich habe das Gefühl, Sie wissen gar nicht, was da auf Sie zukommen wird“, sagte die Mutter eines Grundschülers kopfschüttelnd, der künftig vom Verein Honigtopf in der Ganztagsbetreuung in Friolzheim betreut werden wird. Und sprach damit vielen Eltern aus der Seele, die am Donnerstagabend auf Einladung des Friolzheimer Bürgermeisters Michael Seiß zum Informationsabend in die Friolzheimer Zehntscheune gekommen waren.

Anlass für den Informationsabend war der Trägerwechsel in der Betreuung der Grundschulkinder (PZ berichtete). Jetziger Träger ist noch die Volkshochschule Pforzheim-Enzkreis (vhs), die 44 Kinder im Hort und 60 Kinder in der Kernzeit betreut. Der neue Träger Honigtopf bietet ab kommendem Schuljahr eine Ganztagsbetreuung in flexiblen Modulen, jedoch keinen Hort mehr an. Das kann Honigtopf machen, da es sich um einen gemeinnützigen Verein handelt.

Damit ist der künftige Träger auch nicht mehr an die strengen Qualitätskriterien des Kommunalverbands für Jugend und Soziales (KVJS) gebunden, die für Horte gelten, was viele Eltern verunsichert. „Mir fehlt das Vertrauen. Wir kommen von einem hohen Niveau. Das hier habe ich nicht gebucht“, machte eine Mutter ihrem Ärger Luft. Dass sich viele Kritikpunkte aus der Vergangenheit mit Einsatz des neuen Trägers erledigen sollen, konnte die Eltern nicht überzeugen. So verspricht Honigtopf künftig eine Ferienbetreuung für etwa 60 Tage im Jahr. Die Kernzeitbetreuung soll bis 14 Uhr verlängert werden. Es sind sechs Wochen Sommerferienbetreuung geplant. Künftig soll außerdem eine Hausaufgabenbetreuung bis 16 Uhr buchbar sein. Alle Familien mit Betreuungsbedarf sollen zudem einen Platz in der Ganztagsbetreuung erhalten. Wartelisten gehören laut Seiß der Vergangenheit an.

Er rechnet in der Spitze mit rund 180 Kindern in der Betreuung, verteilt auf die vier Horträume sowie weitere Räumlichkeiten, die ihm zufolge noch zu definieren sind. „Wir führen derzeit Gespräche unter anderem mit der Grundschule. Hier stehen zehn Klassenräume zur Verfügung.“ Zudem gebe es den Jugendraum, der eventuell auch noch hinzugezogen werden könne und viel Platz biete. Damit zerstreute er die Bedenken einer Mutter, die vorhandenen Räumlichkeiten seien nicht ausreichend – insbesondere in der Kernzeitbetreuung. Alfred Soltner, Vorsitzender des Vereins Honigtopf, reagierte seinerseits ruhig auf die Kritik. „Ihre Verunsicherung ist normal“, gestand er und warb immer wieder um das Vertrauen der Eltern.

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