nach oben
Glasfasern  sind die Schlagadern des Internet. Künftig werden Leerrohre in allen Straßen verlegt, für die das Land zuständig ist. Da die Landratsämter diese Rohre verwalten, so Bundestagsabgeordneter Krichbaum, solle der Enzkreis federführend die Kommunen beraten, wie sie zu leistungsfähigen Breitbandanschlüssen kommen.
Glasfasern sind die Schlagadern des Internet. Künftig werden Leerrohre in allen Straßen verlegt, für die das Land zuständig ist. Da die Landratsämter diese Rohre verwalten, so Bundestagsabgeordneter Krichbaum, solle der Enzkreis federführend die Kommunen beraten, wie sie zu leistungsfähigen Breitbandanschlüssen kommen. © PZ-Archiv
26.03.2009

„Gas geben für schnelles Internet“

ENZKREIS. CDU-Bundestagsabgeordneter Gunther Krichbaum fordert den Enzkreis auf, die Initiative für schnelle Internetanschlüsse zu ergreifen. Landrat Röckinger soll die Gemeinden, die häufig überfordert seien, unterstützen.

Nachdem die Gemeinde Neuhausen die Ausschreibung für eine bessere Internetversorgung aufheben musste und nach langem Ringen um einen Anschluss zur Datenautobahn wieder von vorne beginnt, hatte die PZ in einem Kommentar Landrat Karl Röckinger vorgeschlagen, jetzt übergreifend im Sinne seiner Kommunen in die Offensive zu gehen. „Bei uns im Enzkreis muss die Breitbandkompetenz gebündelt werden. Hier ist jetzt der Landkreis gefragt“, sagt nun auch der Bundestagsabgeordnete Krichbaum (CDU).

Die lückenhafte Versorgung mit Breitband-Internetanschlüssen stelle viele Gemeinden im Enzkreis vor große Herausforderungen. Es sei zunehmend eine entscheidende Standortfrage, ob Unternehmen über schnelle Datenleitungen verfügen, so Krichbaum. „Bei der Verbesserung der Breitbandversorgung gibt es aufgrund der unterschiedlichen örtlichen Gegebenheiten keine Universallösungen, vielmehr müssen in mühevoller Kleinarbeit gemeinsam mit den verschiedenen Breitbandanbietern individuelle Lösungen erarbeitet werden“, erklärt der CDU-Politiker in einer Mitteilung.

„Technik ändert sich rasant“

„Häufig sind die Gemeindeverwaltungen überfordert, weil sich die technischen Möglichkeiten rasant ändern. Was heute noch unmöglich erscheint, kann bereits in wenigen Monaten technisch machbar sein. Wer sich mit dieser Materie nicht professionell beschäftigt, verliert leicht den Überblick“, sagt Krichbaum.

Um die Kompetenz zu bündeln, sei der Landkreis gefragt. Dies gelte umso mehr, da im jüngsten Konjunkturpaket des Bundes erhebliche Mittel für den Ausbau der Breitbandversorgung vorgesehen seien: „Bis Ende 2010 soll jeder, der es wünscht, eine Breitbandverbindung erhalten.“ Von diesen Mitteln könne auch der Enzkreis profitieren.

Vorbildcharakter haben laut Krichbaum die Landkreise Freudenstadt und Calw. In Freudenstadt wurde im Landratsamt eine eigene Stabsstelle als Ansprechpartner für die Gemeinden eingerichtet. In Calw zahle der Kreis betroffenen Gemeinden eine Erstberatung bei einem externen Beratungsunternehmen.

Handlungsbedarf bestehe zudem, weil noch 2009 damit begonnen werde, bei Straßenbaumaßnahmen des Landes Leerrohre zu verlegen, die für die Breitbandversorgung genutzt werden können. Diese Rohre werden anschließend von den Landratsämtern verwaltet. „Auch dies spricht dafür, dass die Kompetenz für das Breitband beim Kreis gebündelt wird.“, sagt Krichbaum.

„Auch im Enzkreis müssen wir beim Breitbandausbau jetzt Gas geben“, fordert Krichbaum. Die PZ hatte den Landrat aufgefordert, nach dem jüngsten Verkehrsgipfel über den Straßenausbau gleich noch zu einem Gipfeltreffen über die Wege zur Datenautobahn einzuladen.