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Besuch in der DRK-Rettungsleitstelle: Christina Zahn (von links) mit Luis Miguel, Frank Dehnert und Patricio Zahn mit Elias Maurice.
Besuch in der DRK-Rettungsleitstelle: Christina Zahn (von links) mit Luis Miguel, Frank Dehnert und Patricio Zahn mit Elias Maurice. © DRK
29.06.2015

Geburtshilfe per Telefon: DRK-Zentrale unterstützt werdenden Vater

Pforzheim/Ellmendingen. Geburten hat Frank Dehnert schon einige erlebt: die seiner drei Kinder und vier in seiner Funktion als Rettungsassistent beim DRK-Kreisverband Pforzheim-Enzkreis. Am 5. Mai kam sogar noch eine Telefongeburt hinzu. Als der 54-Jährige morgens zunächst einen von der Feuerwehr vermittelten Notruf entgegennahm, war niemand mehr am anderen Ende der Leitung. Dehnert recherchierte schnell die Handynummer zurück und hatte Patricio Zahn aus Keltern-Ellmendingen am Apparat. Dieser berichtete hektisch, dass das Baby seiner Frau kommen würde und er den Kopf bereits sehen könne.

„Alles cool, wir schaffen das“, sprach Dehnert dem Familienvater Mut zu. Er leitete Zahn zur Geburtshilfe an und erklärte dem 30-Jährigen, wo er das Köpfchen anfassen müsse. Zeitgleich alarmierte Dehnerts Kollege, DRK-Rettungsassistent Marcus Daci, Rettungswagen und Notarzt. Doch das Kind war schneller. Luís Miguel – 53 Zentimeter groß und 3870 Gramm schwer - erblickte um 7.45 Uhr in seinem Elternhaus das Licht der Welt.

Der Leitstellendisponent bat Zahn, das anfangs sehr ruhige Neugeborene der Mutter auf den Bauch zu legen. „Doch keine halbe Minute später hörte ich das Kind schon schreien“, berichtet Dehnert. Die Nabelschnur schnitt dann traditionell der Vater durch, als die Rettungskräfte eine knappe Viertelstunde nach dem Notruf eingetroffen waren. Die brachten Mutter und Kind ins Helios Klinikum nach Pforzheim, wo die beiden zwei Tage lang geblieben sind.

„Im Nachhinein kommt uns das alles vor wie im Film“, sagt die 30-jährige Christina Zahn. Für sie war es die zweite Geburt. Der damals 14 Monate alte Elias Maurice war zum Zeitpunkt der Hausgeburt bei seiner Oma. „Wir fühlten uns gut betreut, denn Zeit zum Nachdenken blieb uns in dieser Situation ja gar keine“, berichtet Patricio Zahn. Erst als er vom Krankenhaus allein nach Hause gekommen sei, um aufzuräumen, sei ihm bewusst geworden, was er und seine Frau vor wenigen Stunden noch erlebt hatten. „Das war ein sehr emotionaler Moment“, sagt der Familienvater.

Das Angebot, ihren Geburtshelfer auch persönlich kennenlernen zu dürfen, nahm die Familie Zahn gerne an und besuchte Frank Dehnert am 26. Juni in der DRK-Rettungsleitstelle an der Kronprinzenstraße in Pforzheim. Dort wurde ihnen zudem eine Ehrenpatenschaftsurkunde des hiesigen DRK-Kreisverbandes überreicht.