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Nicht ganz ungefährlich sind die Tauchgänge im Faulturm des Ellmendinger Klärwerks. Trotz Spezialanzug und Mehrfachsicherung besteht ein Restrisiko bei der Arbeit in totaler Finsternis und im lebensgefährlichen Klärschlamm. Foto: Ossmann
Nicht ganz ungefährlich sind die Tauchgänge im Faulturm des Ellmendinger Klärwerks. Trotz Spezialanzug und Mehrfachsicherung besteht ein Restrisiko bei der Arbeit in totaler Finsternis und im lebensgefährlichen Klärschlamm. Foto: Ossmann
14.06.2018

Gefährliche Arbeit: Spezialtaucher im Kelterner Klärwerk

Keltern-Ellmendingen. Im Klärwerk des Abwasserverbands „Oberes Pfinz- und Arnbachtal“ gilt es in dieser Woche, einen überaus unangenehmen Job zu verrichten, denn wer taucht schon gern in Klärschlamm? Der Tauchgang im Faulturm des Klärwerks in Ellmendingen verlangt jede Menge Überwindung.

Seit Mitte der Woche ist das vierköpfige Team einer Spezialfirma (Tauchbetrieb Richter aus Hamburg) damit befasst, auf dem Grund des 1200 Kubikmeter Klärschlamm fassenden Faulturms aufzuräumen, sprich unerwünschte Ablagerungen zu entfernen. Diese könnten mittelfristig zu Verstopfungen im System des Faulturms sorgen und damit zu teuren Betriebsstörungen führen. Um dies zu vermeiden, sind Siegfried Richter und Tochter Catharina, zusammen mit Dirk Bastian und Sascha Gothe im Einsatz.

Dabei ist vor dem Tauchen schon das Anziehen des chemikalienbeständigen Spezialanzugs mit Bleigewichten, Taucherhelm und Notfallpressluftflasche eine anstrengende Sache, bei der zwei Helfer benötigt werden. Das Tauchen in totaler Dunkelheit, dazu noch in rund 37 Grad warmem Klärschlamm und das Auffinden der oft mehrere Kilo schweren Verzopfungen ist ebenfalls Schwerstarbeit und nicht ganz ungefährlich.

Zwar steht der Taucher in ständiger Sprechverbindung mit einer Sicherungsperson und hat eine permanente Luftversorgung über Schläuche von außen. Aber das Arbeiten in rund zehn Metern Tiefe, nur auf den Tastsinn angewiesen, ist harte Arbeit. Deshalb dauert ein Tauchgang höchstens zweieinhalb Stunden. Dabei birgt jeder Tauchgang in der undurchsichtigen Tiefe, trotz Mehrfachsicherung, ein gewisses Risiko. Durch Rohrleitungen im Inneren oder auf andere Art besteht die Gefahr, dass der dicke Gummianzug beschädigt oder Versorgungsleitungen für den Taucher geknickt werden könnten. In diesem Fall ist Eile für die Außenstehenden geboten.

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