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Rettungskräfte im Dauerstress: Die Feuerwehren mussten an zahlreichen Orten im Enzkreis abgebrochene Äste beseitigen und Bäume umsägen. Die Schneelast auf den noch belaubten Bäumen war zu groß. Manche Straßen mussten sogar gesperrt werden. © Ketterl
Wintereinbruch im Enzkreis: Das heißt Schnee kratzen und langsam fahren. © Ketterl
Schnee auf den Dächern von geparkten Autos in der Pforzheimer Innenstadt - der Winter versucht schon einmal anzudeuten, was da in den nächsten Monaten auf uns zukommen könnte. Dabei konnte man am vergangenen Wochenende noch im T-Shirt die Sonne genießen. © Kurtz
27.10.2012

Gefährliche Schneelast: Äste brechen, Bäume stürzen um

Der erste Schneefall in der Region wird zum Stresstest für noch vielerorts das Herbstlaub tragende Bäume - und damit auch für Feuerwehren, Straßenmeistereien und die Polizei. Überall drohen unter der Last des nassen Schneees große Äste abzubrechen oder gar ganze Bäume umzustürzen. Autofahrer müssen daher mit Sicherungsarbeiten oder unvermuteten Hindernissen auf den Straßen rechnen. Oder gar mit Straßensperrungen wie zum Beispiel auf der Würmtalstrecke.

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Opfer des Schnees wurden am Sonntag alle Fußballfans im Fußballkreis Pforzheim. Von der Kreisliga an abwärts sind alle Spiele abgesagt worden. Ab etwa 6 Uhr ging am Samstag der Regen auch im Stadtbereich Pforzheim in Schnee über. Im Verlauf des Morgens kam es in Höhenlagen über 300 Metern durch den Naßschnee in den Gebieten südlich der Enz (Ausläufer Nordschwarzwald, südöstlicher und südwestlicher Enzkreis) zu zahlreichen Gefahrenstellen im Straßennetz. Äste brachen ab, Bäume stürzten um. Verletzt wurde bislang niemand, witterungsbedingte Unfälle ereigneten sich anfangs nicht.

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Die Polizei musste gleich an mehreren Stellen im Enzkreis vor Schneebruchfolgen warnen, doch das große Schneeeverkehrschaos blieb am Samstagmorgen aus. Mit fortdauerndem Schneefall aber häuften sich die Anrufe bei Polizei und Feuerwehr. Kein Wunder, dass die Mitglieder vieler Freiwilligen Feuerwehren im Enzkreis den ersten Tag des Wochenendes am Straßenrand verbrachten – und dabei nicht bloß Kälte und Nässe, sondern auch die Tücken der unter Schneelast stehenden Bäume fürchten mussten.

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Um die zahlreichen Notrufe über die 112 zeitnah abfragen zu können, wurde das Personal der Feuerwehrleitstelle von zwei auf elf Disponenten und mit weiteren Führungskräften verstärkt. Da mit weiteren Einsätzen gerechnet wird, werden alle Feuerwehrhäuser in den Pforzheimer Stadtteilen von ehrenamtlichen Kräften besetzt, im Bedarfsfall auch über die gesamte Nacht.

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Die Gefahrenstellen werden schon seit Tagesbeginn unter Beteiligung von Feuerwehren, Funkstreifen und Angehörigen der Straßenmeisterei Enzkreis, die mit Räumfahrzeugen ausrückte, beseitigt. So mussten Feuerwehrleute die Motorsäge zum Beispiel in Tiefenbronn, Lomersheim und Straubenhardt anwerfen. Insbesondere auf der L574 zwischen dem Pforzheimer Kupferhammer und dem Stadtteil Huchenfeld mussten sich die Feuerwehrleute als Waldarbeiter beweisen. Dort gab es eine örtliche Verkehrsregelung durch die Polizei. Nicht minder gefährlich war die Situation auf der Würmtalstrecke L572 zwischen Würm und Tiefenbronn, die gesperrt werden musste, am Abend aber wieder freigegeben werden konnte

Gesperrt bleiben bis auf Weiteres die L1134 zwischen Mühlacker-Dürrmenz und Pinache, die Kreisstraßen zwischen Schellbronn und Unterreichenbach sowie die Strecke Unterreichenbach nach Hohenwart. Schneebruchgefahr besteht weiterhin entsprechend der Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes und verbreitet muss mit Glätte durch Schnee, Eis und Schneematsch gerechnet werden.

Ob der Sonntag für die Rettungskräfte noch einmal so stressig wird wie der Samstag? Allein schon bis 23 Uhr musste die Feuerwehrleitstelle am Samstag 149 Einsätze bearbeiten. Größtenteils handelte es sich um umgefallene Bäume oder größere Aste, die auf Straßen zu Verkehrsbehinderungen führten. Zusätzlich wurde die Feuerwehr außerdem noch zu mehreren dringenden Einsätzen gerufen, dies waren: fünf Einsätze im Stadtgebiet Pforzheim (zwei Brandmeldealarme, ein Verkehrsunfall auf der Autobahn, ein Gasgeruch) und drei Einsätze in Birkenfeld (ein Kleinbrand, ein Autobrand, eine hilflose Person) und ein Einsatz in Königsbach (Türe öffnen).