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Angefeuert durch die Diskussion um reduzierte Pfarrstellen sowie immer weniger Mitglieder und Ehrenamtliche geht Neuenbürgs Dekan Joachim Botzenhardt mit den drei Kirchengemeinden im Stadtgebiet den Weg zum Verbund. Schlankere Strukturen sollen die Organisation für die Zukunft aufstellen. PZ-Archiv, Ketterl

Gegen Stellenkürzung: Waldrennach, Arnbach und Neuenbürg bilden Verbundkirchengemeinde

Neuenbürg. Mit dem Jahreswechsel ändert sich auch viel für die Kirchengemeinden Waldrennach, Arnbach und Neuenbürg. Sie schließen sich ab 1. Januar zur Evangelischen Verbundkirchengemeinde (VKG) Neuenbürg zusammen.

Ziel sind schlankere Strukturen. Dies sei nötig durch immer weniger Mitglieder und Ehrenamtliche sowie der bevorstehende Ruhestand zweier Pfarrer, deren Stellen im Jahr 2020 gemäß dem Pfarrplan nicht komplett ersetzt werden, sagt Neuenbürs Dekan Joachim Botzenhardt.

Was ist neu? Es gibt künftig nur noch einen gemeinsamen Verbundkirchengemeinderat, einen Haushaltsplan, eine Kirchenpflegerin und einen geschäftsführenden Pfarrer in Person des Dekans. Setzt sich der Kirchengemeinderat zunächst aus den 21 Mitgliedern aller drei Gremien zusammen, reduziert sich die Mandatszahl nach den Wahlen im Dezember 2019 auf zwölf. „Es ist immer schwieriger, Kandidaten für die Kirchengemeinderatswahl zu finden“, sagt Botzenhardt.

Ab Dezember hat Neuenbürg sechs Sitze, Arnbach vier und Waldrennach zwei. Alle Mitarbeiter der drei Kirchengemeinden sind beim neuen Träger angestellt, Entlassungen soll es laut dem Dekan nicht geben.

Was bleibt? Der Zusammenschluss ist keine Fusion, die Kirchengemeinden bleiben selbstständig. So werden die Gebäude von der VKG bewirtschaftet, bleiben aber im Eigentum der jeweiligen Kirchengemeinde. „Die örtlichen Profile und die Traditionen wollen wir pflegen und stärken“, sagt Botzenhardt.

Was gab den Anstoß? „Mit weniger Pfarrern können wir uns die kleinteiligen Strukturen in drei Kirchengemeinden nicht mehr leisten“, sagt Botzenhardt zu den Aussichten, wenn Pfarrer Helmut Manz (Waldrennach) und Pfarrer Winfried Gruhler (Arnbach) Anfang 2020 in den Ruhestand gehen, die Nachbesetzung aber nur mit einer Stelle in Arnbach erfolgt. „Die neue Pfarrstelle wäre mit einem immensen Verwaltungsaufwand alles andere als attraktiv und praktisch nicht besetzbar“, sagt der Dekan. Angestoßen hat den Weg zur VKG aber Waldrennach. Dort gibt es zu wenig Ehrenamtliche. Da die Arnbacher bereits mit Neuenbürg bei verschiedenen Gottesdiensten zusammen gearbeitet haben, votierten die drei Kirchengemeinderäte jeweils einstimmig für den Verbund.

Wie geht es weiter? Die Idee sei, so viel wie möglich gemeinsam zu machen, sagt Botzenhardt. Personell und organisatorisch sei das nun vorbereitet: „Inhaltlich müssen wir noch zusammenwachsen.“ Gerade mit Blick auf die wegfallende Pfarrstelle müsse geklärt werden, wie sich die Seelsorge und die Gottesdienstzeiten künftig gestalten. „Wir werden keine Kirche schließen. Aber es wird die Kunst sein, nah am Mensch zu bleiben“, sagt der Dekan

Der Zusammenschluss wir am Sonntag, 27. Januar 2019, mit einem gemeinsamen Auftaktgottesdienst in Neuenbürg gefeiert.