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Im Team reparieren Detlef Müller (rechts) und seine Kollegen ehrenamtlich defekte Alltagsgegenstände. 60 Prozent bringen sie wieder in Gang.  Foto: Roller

Gegen die Wegwerfgesellschaft: Reparaturtreff bringt defekte Alltagsgeräte in Gang

Königsbach-Stein. Skeptisch begutachtet Detlef Müller die auseinandergebaute Kaffeemühle: Der Motor läuft zwar, aber das Messer dreht sich nur, wenn man es mit dem Finger anschubst. „Da kann man leider nichts mehr machen“, sagt Müller. Eine Ausnahme, denn meistens können er und seine Kollegen helfen. Rund 60 Prozent der Geräte kriegen sie wieder zum Laufen. Beim Reparaturtreff des Netzwerks 60 plus bieten sie einmal im Monat Hilfe zur Selbsthilfe

Bürger können defekte Alltagsgegenstände ins alte Schulhaus bringen, Müller und seine Kollegen zeigen ihnen, wie man sie wieder funktionsfähig macht. „Wir fragen nicht, ob sich eine Reparatur lohnt, sondern schauen, ob sie grundsätzlich machbar ist“, sagt der Informatiker: Es gehe nicht um wirtschaftliche Rentabilität, sondern um Nachhaltigkeit und Müllvermeidung. Für die Reparatur verlangen die Ehrenamtlichen kein Geld. Auf dem Tisch steht eine Spendendose.

Mittlerweile kommen Menschen aus der gesamten Umgebung in den Reparaturtreff. Die Ehrenamtlichen arbeiten ohne Bezahlung, die Gemeinde stellt die Räume kostenlos zur Verfügung. Rund ein Dutzend ist momentan regelmäßig dabei. „Wir sind ein wild zusammengewürfelter Haufen“, sagt Müller. Jeder könne etwas anderes. „Wir ergänzen uns.“

Der nächste Reparaturtreff findet am Freitag, 13. September, von 15.30 bis 18 Uhr im alten Schulhaus in der Schulstraße 2 statt.