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Integration durch Radsport heißt das Motto beim Radsportverein Schwalbe Ellmendingen. So gehören auch (hinten von links) Karrar Alsawad, Ali Alsawad, und Mohammad Javad Ghaffari aus Syrien sowie Moien Amiri aus Afghanistan zur Gruppe radsportbegeisterter Kinder und Jugendlicher beim RSV. Foto: Ossmann
Integration durch Radsport heißt das Motto beim Radsportverein Schwalbe Ellmendingen. So gehören auch (hinten von links) Karrar Alsawad, Ali Alsawad, und Mohammad Javad Ghaffari aus Syrien sowie Moien Amiri aus Afghanistan zur Gruppe radsportbegeisterter Kinder und Jugendlicher beim RSV. Foto: Ossmann
21.12.2016

Gelebte Integration: Flüchtlingskinder beim Nachwuchs des Radsportvereins Schwalbe Ellmendingen

Keltern-Ellmendingen. „Sport verbindet, auch über Nationalitäten hinweg“, unterstrich Karl-Heinz Kaiser, der langjährige Vorstand und Geschäftsführer des Radsportvereins (RSV) Schwalbe in Ellmendingen. Ergänzend fügte er an: Die Schwalben hätten die richtige Spur zur Integration gefunden. Deshalb sei man beim Kelterner Radsportverein auch stolz auf ein Integrationsprogramm über Ländergrenzen und Glaubenskonfessionen hinweg.

Seit nunmehr zwei Jahren wird bei der Schwalbe Ellmendingen in enger Kooperation mit den örtlichen Schulen an diversen Projekten zur Integration junger Menschen mit Fluchtbiografie gearbeitet. „Wir binden sie in den normalen Vereinsalltag mit ein. Es gibt eine Mountainbike-Ausfahrtgruppe im Rahmen der Kooperation Schule/Verein, bei der freitags über dreißig Ureinwohner und Neubürger gemeinsam auf Achse sind. Auch bei Rad- oder Fußwanderungen, ebenfalls in gemischten Gruppen, lernen die jungen Teilnehmer  ihre neue Heimat kennen. Auch durch Fahrrad-Reparatur-Workshops, bei denen die jungen Fahrer die richtigen Handgriffe lernen konnten, gab es einen hohen Migrantenanteil. Durch Materialspenden von Mitgliedern konnte zwischenzeitlich ein Fuhrpark von rund 20 Mountainbikes aufgebaut werden. Hier können sich die Neubürger Räder ausleihen. Auch die Versorgung mit Radsportbekleidung für die kalte und warme Jahreszeit, Brillen, Handschuhen und Helmen übernimmt der Verein.

„Bei internen Vereinswettkämpfen und beim Fette-Reifen- Rennen messen die Teilnehmer aus Keltern ihre Kräfte – und da ist es egal, ob man aus dem Ländle oder aus der Levante stammt“, erläuterte Karl-Heinz Kaiser, das Ellmendinger Radsport-Urgestein.

Ein Höhepunkt im Vereinsleben sei für die jüngsten Schwalben und die zwölf Neubürger der Mountainbike Kiddy-Cup 2016 gewesen. Hierbei hätten alle Nachwuchsbiker bei 17 Wettkämpfen Rennluft geschnuppert. Außerdem seien im Frühjahr 2016 insgesamt 32 Kinder beim Auftaktrennen gestartet, wovon 23 Teilnehmer in die Endwertung kamen, darunter auch neun Kinder mit Fluchtbiografie. Bei der Jahresabschlussfeier des Vereins erhielten auch sie einen Pokal.

An den Angeboten des RSV Schwalbe nehmen regelmäßig bis zu 20 Kinder und Jugendliche aus Afghanistan, Syrien und dem Irak teil. „Das alles wäre nicht möglich ohne einen großen Mitarbeiterstab, in den sich mittlerweile auch einige Eltern aus Migrantenfamilien einbringen“, attestierte Karl-Heinz Kaiser und ergänzte: „So zeigt sich der integrative Wert des Sports, wobei man bei den Schwalben überzeugt ist, die richtige Spur zur Integration an der Basis gefunden zu haben.“