nach oben
Geballte musikalische Kraft: Zum ersten Mal im heimischen Biet spielten die drei Musikvereine der Gemeinde aus Hamberg, Neuhausen und Steinegg zusammen unter der Leitung von Eva Fodor. Auf der Gartenschau Mühlacker hatte das Projektorchester bereits eine Feuertaufe bestanden. Fotos: Fux
Geballte musikalische Kraft: Zum ersten Mal im heimischen Biet spielten die drei Musikvereine der Gemeinde aus Hamberg, Neuhausen und Steinegg zusammen unter der Leitung von Eva Fodor. Auf der Gartenschau Mühlacker hatte das Projektorchester bereits eine Feuertaufe bestanden. Fotos: Fux
Unterhielten als spitzzüngige „Quasselstrippen“ das Publikum: Andrea Boppenhausen (links) und Eva Kocherscheidt nahmen Anekdoten aus dem Gemeindeleben aufs Korn.
Unterhielten als spitzzüngige „Quasselstrippen“ das Publikum: Andrea Boppenhausen (links) und Eva Kocherscheidt nahmen Anekdoten aus dem Gemeindeleben aufs Korn.
Gemeinde als Kunstwerk: Landratsvize Wolfgang Herz (links) überreichte Bürgermeister Oliver Korz ein Modell des Enzkreis-Grenzsteins. Das Original wird gegossen.
Gemeinde als Kunstwerk: Landratsvize Wolfgang Herz (links) überreichte Bürgermeister Oliver Korz ein Modell des Enzkreis-Grenzsteins. Das Original wird gegossen.
Günter Holzhauer.
Günter Holzhauer.
01.11.2015

Gemeinde Neuhausen feierte mit 400 Gästen ihren Geburtstag

Es war für die Gemeinde Neuhausen ein Geburtstagsfest mit Knalleffekt: Nachdem die 40 Jahre von Neuhausen, Schellbronn, Hamberg und Steinegg als gemeinsame Kommune in der Monbachhalle gewürdigt worden waren, ließ es der Gemeinderat und Pyrotechniker Sascha Jost draußen auf dem benachbarten Sportplatz krachen.

Mit einem beeindruckenden Feuerwerk setzte er einen Glanzpunkt des 40. Geburtstags.

„Der Badener wird schon gescheit auf die Welt geboren. Er muss nicht erst ins Schwabenhalter kommen, um weise und gescheit zu werden“, hatte Neuhausens Bürgermeister Oliver Korz bei der Jubiläumsfeier in der Halle vor rund 400 Gästen augenzwinkernd seinem Tiefenbronner Kollegen Frank Spottek, einem Schwaben, erwidert. Spottek hatte nicht nur an die besondere Bedeutung des 40. Geburtstags erinnert, sondern auch an die gemeinsamen Wurzeln der beiden Nachbargemeinden. In etlichen Verbänden würden sie noch heute zusammenarbeiten. Spottek schenkte Neuhausen einen Gutschein für einen Baum zum Geburtstag. „Als Bürgermeister weiß ich, einen Baum kann man immer gebrauchen“, so Tiefenbronns Schultes.

FDP-Landtagsfraktionschef Hans-Ulrich Rülke, der auch für CDU-Landtagsabgeordnete Viktoria Schmid sprach, unterstrich: „Der Landtag ist der Schuldige dafür, dass gefeiert wird“, verwies Rülke auf die Gemeinde- und Kreisreform in den 1970er-Jahren. Es mache keinen Sinn, nach 40 Jahren noch sein eigenes Süppchen zu kochen, verwies der Abgeordnete auf den Sinn größerer Strukturen, wie sie Zweckverbände und andere kommunale Konzepte auch umsetzten.

„Mit dem Zuckerbrot von Finanzausgleichsmitteln und der Peitsche des Gesetzgebers wurden Weichen gestellt, die bis heute als tragbares Fundament dienen“, blickte Landrats-Vize Wolfgang Herz auf die teils turbulenten Reformjahre zurück, die auch die Geburtsstunde der Gemeinde Neuhausen brachten. Zwischen den vier Gemeinden Schellbronn, Hamberg, Steinegg und Neuhausen sei es damals kräftig zur Sache gegangen. Heute stelle sich Neuhausen als Einheit in Vielfalt dar. Als Geburtstagsgeschenk – nur zum Zeigen im Gepäck – hatte der Erste Landesbeamte ein höchst empfindliches Modell aus Styropor: den Entwurf des „Enzkreis-Grenzsteins“, einer dreidimensionale Stele. Die Umsetzung des Werks in Eisenguss erfolgt in Kürze. Der katholische Pfarrer Wolfgang Kribl wünschte: „Dass auch künftig Menschen in jedem Ortsteil von Neuhausen ihre Heimat finden“. Der Geistliche erinnerte an kleinere Einheiten, die in größeren aufgehen, ohne dabei die eigene Identität zu verlieren und hatte dabei auch seine eigene Seelsorgeeinheit Biet im Blick.

Gemeinderat Günter Holzhauer gab in seiner Festrede einen 45-minütigen Rückblick von den Anfängen der Gemeinde bis heute und streifte dabei auch ein dunkles Kapitel des früheren Bürgermeisters Günter Güller, der 1981 als Bürgermeister aus dem Beamtentum entlassen und zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden war. Er hatte nicht nur am Gemeinderat vorbei gehandelt, sondern der Gemeinde auch einen Berg Schulden hinterlassen. Diesen trug sein Nachfolger Gerhard Gindele, der „ein exzellenter Verwaltungsfachmann war“, Zug um Zug ab. „Gerhard Gindele war für die Gemeinde Neuhausen ein Glücksfall“, lobte Holzhauer den erst jüngst Verstorbenen. Auch die Arbeit des derzeitigen Bürgermeisters Oliver Korz, der sich in der dritten Amtszeit befindet, reflektierte Holzhauer positiv und verwies schmunzelnd auf eine Sitzung des Finanzausschusses, die von 19.30 Uhr bis 1.45 Uhr dauerte.

Reichlich Humor bewiesen dann die zwei Quasselstrippen Eva Kocherscheidt und Andrea Boppenhausen. „Schellbronn hat ein tolles Wellenbad. Nur ist immer das Wasser kalt“, streuten die beiden so manches Lokalkolorit ein. Musikalisch furios und sehr unterhaltsam präsentierte sich das Projektorchester aus den drei Musikvereinen Neuhausen, Hamberg und Steinegg unter der Leitung von Eva Fodor. Das „Badnerlied“, das vom Publikum begeistert mitgesungen wurde, rundete die Feier ab.