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Ein Hochwasser wie am Abend des 8. Juni soll sich in Ölbronn, hier am „Bahnhöfle“, nicht mehr wiederholen.
Ein Hochwasser wie am Abend des 8. Juni soll sich in Ölbronn, hier am „Bahnhöfle“, nicht mehr wiederholen.
17.09.2016

Gemeinde Ölbronn-Dürrn will sich gegen Fluten wappnen

Ölbronn-Dürrn. Rein äußerlich sind die meisten Schäden des schweren Hochwassers, das die Gemeinde Ölbronn-Dürrn am 8. Juni heimsuchte, nicht mehr zu sehen. „Aber jetzt geht es darum zu untersuchen, was man tun kann, um die Auswirkungen solcher Ereignisse für die Zukunft zu begrenzen oder gar zu verhindern“, so Bürgermeister Norbert Holme im Gemeinderat.

Gleich nach dem Unwetter waren im Ölbronn-Dürrner Rathaus alle verfügbaren Informationen gesammelt, gesichtet und zusammengestellt worden. Mit den Bürgern in besonders betroffenen Bereichen wurden Gespräche geführt und die konkrete Situation vor Ort in Bildern und Plänen erfasst. Auf der Basis dieser Dokumentationen hat die Fachfirma „Ingenieurberatung für Siedlungswasserwirtschaft“ (ISW) aus Neustetten erste Lösungsvorschläge als Diskussionsgrundlage für das weitere Vorgehen erarbeitet, die Günther Eisele von der ISW in der Sitzung vorstellte.

19 Einzelmaßnahmen, vom Regenrückhaltebecken über die Erhöhung von Feldwegen als Schutzdamm bis zur Ertüchtigung von Ablaufmöglichkeiten für das Regenwasser sind darin verzeichnet. Räumliche Problemschwerpunkte sind dabei die Bereiche „Bahnhöfle“, Talstraße und Dürrner Straße im Ortsteil Ölbronn.

Aber auch mehrere neuralgische Punkte in Dürrn, so in der Brunnenrainstraße, beim Golfplatz und in der Höhenstraße, wurden in den Blick genommen. Bürgermeister Norbert Holme betonte, dass es sich bei diesen Untersuchungen um erste Vorschläge und nicht um ein fertiges Konzept handele. Auch werde kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. Es gelte, einen ganzheitlichen Ansatz zu finden, in den die einzelnen Maßnahmen integriert werden. Fest steht jedenfalls: Der Hochwasserschutz, in welcher konkreten Gestalt auch immer, wird „richtig viel Geld“ kosten, darüber müsse man sich im Klaren sein, so der Schultes.

Als erste Orientierungsgröße für mögliche Kosten, zum Beispiel im Bereich des „Bahnhöfle“, nannte Eisele einen Betrag von 400 000 bis 450 000 Euro. Es können jedoch Fördermittel des Landes in Anspruch genommen werden. Gefördert werden allerdings nur Bereiche, wo schon ein finanzieller Schaden entstanden ist. Daher werde es wichtig sein, die eingetretenen Schäden möglichst umfassend zu erheben.

Der Gemeinderat beauftragte einstimmig das Büro ISW mit der Fortsetzung der Planungen, die als Grundlage für das zu entwickelnde Gesamtkonzept, die Beantragung von Fördermitteln und notwendig werdenden Grunderwerb für die Errichtung von Schutzbauten dienen sollen.