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In Tiefenbronn rücken diese Felder jetzt als mögliche Erweiterung für Firmen beim bestehenden Gewerbegebiet ins Blickfeld.  Tilo Keller
In Tiefenbronn rücken diese Felder jetzt als mögliche Erweiterung für Firmen beim bestehenden Gewerbegebiet ins Blickfeld. Tilo Keller
25.10.2015

Gemeinderat Tiefenbronn will neue Flächen für Erweiterungen ausweisen

Im Verbund der Gemeinden Tiefenbronn und Neuhausen sind die Gewerbeflächen nahezu ausgeschöpft. Deshalb soll der Flächennutzungsplan des Verwaltungsverbands fortgeschrieben werden. Der Tiefenbronner Gemeinderat hat bereits im vergangenen Jahr eine Bedarfsanalyse in Auftrag gegeben.

In diesem Jahr folgten erste Gespräche mit den Behörden, deren Ergebnisse ebenfalls in die Analyse eingingen. Das Ergebnis: Es gibt einen Bedarf von etwa acht Hektar – das entspricht ungefähr einer Fläche, auf der elf Fußballfelder Platz hätten.

Auch langfristige Chancen

Als mögliche Erweiterung für Gewerbe ist eine Fläche neben dem bestehenden Gewerbegebiet in Tiefenbronn im Gespräch. Außerdem soll neben dem Netto-Markt eine langfristig zu betrachtende Erweiterungsfläche als Hinweis ohne Rechtswirkung in den Flächennutzungsplan aufgenommen werden. Bürgermeister Frank Spottek betonte, dass damit die künftige Gemeindeentwicklung gesichert sei. „Erst wenn die Flächen in dem Plan ausgewiesen sind, hat die Gemeinde überhaupt erst die Möglichkeit, daraus einen Bebauungsplan zu entwickeln“, erklärte Spottek.

„Es geht nur darum, dass wir künftig die Möglichkeit haben, unser Gewerbegebiet zu entwickeln“, stellte Gemeinderat Stefan Kunle (CDU) fest. „Es muss weitergehen, sonst stehen wir und Stillstand ist Rückschritt.“ Gemeinderätin Bettina Günther (LMU) tat sich schwer mit der Fläche neben dem Netto-Markt und schlug vor, für die beiden anvisierten Gebiete getrennt abzustimmen. Sie sah die Ausweisung im Flächennutzungsplan als Türöffner für Baumaßnahmen.

Gemeinderat Wolfgang Liebl (CDU) lobte die geplante Ausweisung hingegen als vorausschauend. Gemeinderat Jan-Hendrik Siart (SPD) sagte, er sei zunächst auch hin und her gerissen. „Ich könnte mir vorstellen, einen neuen Markt weit in den Boden reinzurammen“, zerstreute er Bedenken hinsichtlich einer Störung der Ortsansicht. Manuela Krentzel, vom Bauamt der Gemeinde, bestätigte, dass man beispielsweise ein begrüntes Dach in den späteren Bebauungsplan aufnehmen könnte. Gemeinderat Bernd Schmid (CDU) tat sich hingegen insgesamt schwer, dass acht weitere Hektar „zugepflastert“ werden sollen.

„Die Bevölkerung geht zurück, warum sollten wir in Tiefenbronn mehr haben“, warf er in den Raum. Bürgermeister Spottek erwiderte, dass es in der Region Zuzug gebe. Gemeinderat Dr. Dieter Leicht (LMU) bezeichnete es als Todsünde, wenn man das Landschaftsbild mit einem Einkaufsmarkt „versaue“. „Wir müssen eher über die Nahversorgung für Mühlhausen und Lehningen nachdenken“, gab er zu bedenken. „Ein Gewerbegebiet ist nur dann gut, wenn es alles erfüllt, was für die Gemeinde gut ist“, mahnte er an.

Mehrheit für die zwei Gebiete

Der Ausweisung von weiteren Gewerbeflächen nahe dem bestehenden Gewerbegebiet wurde im Gemeinderat mehrheitlich zugestimmt. Es gab nur eine Gegenstimme. Und die Ausweisung der langfristigen Erweiterung für einen Einkaufsmarkt beim Netto-Markt fand acht Befürworter. Drei Gemeinderäte stimmten dagegen und einer enthielt sich.