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Unter realistischen Bedingungen trainierten Feuerwehr und Rotkreuzler im alten Bauhof in Königsbach, was bei einem Unfall zu tun ist. Foto: Roller
Unter realistischen Bedingungen trainierten Feuerwehr und Rotkreuzler im alten Bauhof in Königsbach, was bei einem Unfall zu tun ist. Foto: Roller
24.06.2018

Gemeinsame Übung der Feuerwehr Königsbach-Stein und des Roten Kreuzes – Im Ernstfall passt jeder Handgriff

Königsbach-Stein. Lange müssen es Aaron, Mika und Kim in ihrer misslichen Lage zum Glück nicht aushalten. Es dauert nur wenige Minuten, bis die drei Mitglieder der Jugendfeuerwehr von ihren älteren Kollegen aus einem auf der Seite liegenden Autowrack befreit sind.

Was sich schlimm anhört, ist zum Glück nur eine Übung, bei der die Königsbach-Steiner Feuerwehr zusammen mit den Kollegen des Roten Kreuzes aus Pforzheim und der Umgebung auf dem alten Bauhof in Königsbach den Ernstfall probt. Die Zusammenarbeit wolle man damit intensivieren, die Kontakte zwischen Rettungsdiensten und Feuerwehr pflegen und das Verhalten an zukünftigen Einsatzorten optimieren, erklärt Sascha-Felipe Hottinger. Der stellvertretende Feuerwehr-Kommandant hatte sich das Szenario für die Übung zusammen mit Sascha Leonhard vom Roten Kreuz ausgedacht. Und das hat es in sich: Ein Renault liegt auf der Seite, weil er auf einen Mercedes aufgefahren und dabei seitlich weggekippt ist. In ihm sind drei verletzte Personen eingeschlossen, gespielt von Mitgliedern der Jugendfeuerwehr.

Aus dem Mercedes muss eine 95 Kilogramm schwere Puppe befreit werden. Gaffer und aufgebrachte Angehörige der Eingeschlossenen verkomplizieren den fiktiven Einsatz zusätzlich. Etwas, das mittlerweile auch in der Realität an vielen Einsatzstellen vorkommt. „Es gibt tatsächlich Menschen, die erst ihr Handy zücken, bevor sie helfen“, sagt Hottinger. Die Feuerwehr habe dann keine wirkliche Handhabe. Nur die Polizei könne etwas tun. „Wir können nur auffordern, weiterzugehen.“

Puppe schnell befreit

Genau das tun die Helfer der Feuerwehr und des Roten Kreuzes bei der Übung. 22 Feuerwehrleute, zwölf Mitglieder des Roten Kreuzes und Notarzt Sebastian Bergler vom Helios-Klinikum sind im Einsatz. In neun Fahrzeugen rücken sie an. Mit Scheren und Spreizern befreien sie die Puppe aus dem Mercedes. Auch die drei Jugendlichen sind schnell versorgt.

Sascha Leonhard ist zufrieden: „Das war ein gelungener Tag. Das Übungsziel haben wir sogar übertroffen.“