760_0900_89220_groesseltal.jpg
Impression aus der Küche mit Martin Cierniak (links) und Richard Cierniak (rechts), in der Mitte Robin Fleck. Foto: Privat

Genuss für den Gaumen: Gute Nachricht aus dem Grösseltal

Es ist wie beim Fußball: Wir haben schon viele Auf-, aber auch Abstiege erlebt, haben gejubelt und uns geärgert – aber über kaum einen anhaltenden kulinarischen Höhenflug in der Region können wir so freudig berichten wie den, den das romantisch gelegene „Gasthaus Grösseltal“ in den vergangenen zwei Jahren hingelegt hat.

Der Koch – Martin Ciernak – und sein Bruder Richard haben es geschafft, dass nicht nur Wanderer im Sommer ihren Durst im Biergarten stillen, sondern Gäste von weiter her rechtzeitig reservieren, um einen Tisch in den beiden rustikal-gemütlichen Stuben zu ergattern. Es lohnt sich – was bereits beim knusprigen Bauernbrot beginnt, das nach der Aufgabe der Bestellung mitsamt Quark, Radieschen und Schmalz an den Tisch gebracht wird. Dass der Aperitif-Sekt mit gleich mehreren zur Wahl stehenden Varianten (unter anderem Heu oder Rosmarin) aufgepeppt wird – unsere Vorfreude steigt. Er wolle „keinen Firlefanz, keinen Schnickschnack“, sagt der Koch. Und so wählen wir als „Kloins vorweg“ (für Nicht-Dialektler: Vorspeise) einen herbstlichen Salat mit gutem Balsamico, gehackten Nüssen, Berglinsen, vier gebratenen Wachtelbrüstchen und gekochtem Wachtelei (13,80 Euro) – verheißungsvoll. Als wir der aufmerksamen Dame im Service sagen, dass man sich in das Rahmgemüse, das mit handgeschabten Spätzle zu den bitterzarten Rinderbäckchen (22,90 Euro) gereicht wird, reinlegen könnte, freut sie sich ebenso wie über das Lob hinsichtlich des auf den Punkt gebratenen Rehrückens in Wachholdersoße (31,40 Euro). Zu beiden Gerichten gingen wir, was die Wahl der flüssigen Begleitung angeht, fremd und wechselten von heimischen roten Tropfen auf einen wesentlich gehaltvolleren spanischen Monastrell, der es weitaus besser mit Wild oder trocken gereiftem Rostbraten aufnehmen kann. Hätten wir uns aus der Vesperkarte beispielsweise nur mit einer „Forellenbrotzeit“ begnügt, wäre vielleicht noch Platz gewesen für eines der verheißungsvollen Desserts. So aber blieb es beim Digestif aus Durbach, in unserem Fall einem im Fass gereiften Zibärtle.

Der Artikel interessiert Sie?

Jetzt weiterlesen mit einem Zugangspass oder einem PZ-news-Abo!

Sie sind bereits Abonnent oder haben einen Monatspass?