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15.10.2015

Geplante Asylunterkunft: In Darmsbach herrscht Redebedarf

Nun wissen die Darmsbacher mehr über die geplante Unterkunft in ihrem Ort für bis zu 300 Flüchtlinge. Rund 500 Remchinger waren am Mittwochabend zum Infoabend der Gemeinde und des zuständigen Landratsamts gekommen.

In der Lagerhalle des ehemaligen Piepenbrock-Geländes, wo die bis zu 300 Asylbewerber untergebracht werden sollen, informierten sie sich aus erster Hand. Unter anderem waren Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon, der Erste Landesbeamte Wolfgang Herz und die Sozialdezernentin des Enzkreises, Katja Kreeb, anwesend. Wichtiger war vielen aber auch, selbst zu Wort zu kommen. Einige taten ihren Unmut kund. Vereinzelte Zwischenrufe heizten die Stimmung auf. Andere beschwichtigten, machten Mut und forderten zu mehr Solidarität mit Asylbewerbern auf.

Applaus gab es für beide Seiten. Die Ungewissheit, die momentan im Dorf herrscht, äußerte sich auch in vielen Fragen. Einige sprachen über ihre Ängste: vor Belästigung, Kriminalität und Radikalität in und um das geplante Flüchtlingsheim. Pragmatischere Wortmeldungen waren erst nach einer Weile der Fall. Kommen junge Männer oder Familien? Wie lange wird die Unterkunft auf dem ehemaligen Piepenbrock-Gelände bestehen bleiben? Bleibt es bei der Anzahl von bis zu 312 Asylbewerbern und gibt es Pläne für die weitere Unterbringung in der Gemeinde?

Ein Mann, der sich als „echter“ Darmsbacher vorstellte, fasste die Meinung einer Diskussion im Ort einen Tag zuvor so zusammen: „Im Endergebnis geht es nur um die hohe Zahl der Asylbewerber. Wir Darmsbacher brauchen nun auch die Hilfe der übrigen Remchinger.“ Eine 20-jährige Frau, die direkt neben dem Gebäudekomplex wohnt, sprach über Ängste, von Gedanken wegzuziehen, aber auch davon, dass die „Darmsbacher keine Probleme mit Flüchtlingen haben“.

Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon appellierte immer wieder, dass man die Herausforderung gemeinsam meistern könne. „Es ist so, wie es ist. Jetzt müssen wir uns darum kümmern“, so der Remchinger Schultes.

Eine ausführliche Berichterstattung mit den wichtigsten Informationen zum Gebäude, der Unterbringung und weiteren Reaktionen gibt es in der morgigen Ausgabe der „Pforzheimer Zeitung“.