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Nachdem das alte Windrad bei Langenbrand abgebaut worden ist, sollen dort nach Plänen des Investors fünf neue Anlagen 17 900 Zwei-Personen-Haushalte versorgen – auch, wenn die Rotoren unter anderem nachts gedrosselt werden müssen.
Nachdem das alte Windrad bei Langenbrand abgebaut worden ist, sollen dort nach Plänen des Investors fünf neue Anlagen 17 900 Zwei-Personen-Haushalte versorgen – auch, wenn die Rotoren unter anderem nachts gedrosselt werden müssen.
13.03.2019

Geplante Windparks im Nordschwarzwald: Hochgesteckte Ziele trotz niedriger Drehzahlen

Bad Wildbad/Schömberg/Neuenbürg.Die geplanten Windparks in Calmbach sowie zwischen Langenbrand und Waldrennach sollen Tausende Haushalte mit Strom versorgen. So kündigen es die beiden jeweiligen Investoren und Betreiber an. Die PZ hat die angegebenen Zahlen analysiert.

Gleichzeitig müssten die Windkraftanlagen nach ihrem Bau zu bestimmten Zeiten regelmäßig gedrosselt werden oder gar ganz still stehen. Zusätzlich weht teils zu wenig Wind, um die Maximalleistung der Anlagen auszureizen. Ihre selbst gesteckten Ertragsziele wollen die Betreiber trotzdem erreichen.

Diese Zahlen können sich sehen lassen: Die drei geplanten Windkraftanlagen auf dem Kälbling bei Calmbach sollen laut dem Projektierer EnBW Energie für rund 5200 Vier-Personen-Haushalte liefern. Die fünf von „BayWa r.e“ ins Auge gefassten fast 240 Meter hohen Türme im Schömberger und Neuenbürger Forst sollen 17.900 Zwei-Personen-Haushalte versorgen können.

Laut den jüngst veröffentlichten Dokumenten für das Projekt zwischen Langenbrand und Waldrennach müssten die fünf Anlagen nachts zwischen 22 und 6 Uhr gedrosselt werden. Innerhalb dieser Zeitspanne sollen die Windräder dann mit maximal knapp 70 Prozent und teils auch rund 81 Prozent ihrer Gesamtleistung laufen, um Lärm zu vermindern.

Zusätzlich erreichen die fünf Stahlkolosse laut Hersteller erst ab einer Windgeschwindigkeit zwischen zwölf und 13 Metern pro Sekunde die Höchstgrenze von 4500 Kilowatt (KW). Im von „BayWa r.e.“ anvisierten Gebiet ist in 140 Metern Höhe aber lediglich mit einer mittleren jährlichen Windgeschwindigkeit von 6,5 Metern pro Sekunde zu rechnen.

Selbes Spiel auf dem Kälbling: Auch die dortigen drei geplanten Windräder brauchen Windgeschwindigkeiten zwischen zwölf und 13 Meter pro Sekunde, um ihre jeweilige Maximalleistung von 3400 Kilowatt zu erreichen. Und über die Sommermonate müssen die Anlagen wegen des Wespenbussards tagsüber komplett abgeschaltet werden, teilt die EnBW auf PZ-Anfrage mit. Gleiches gelte im Frühling und im Sommer wenn Fledermäuse nachts bei entsprechenden Temperaturen und schwachem Wind unterwegs sind.

Auf dem Kälbling sollen trotz aller Verluste durch Abschaltung jeglichen Grunds die prognostizierten 22.000 Megawattstunden im Jahr für umgerechnet 5200 Vier-Personen-Haushalte produziert werden, antwortet EnBW-Pressesprecher Jörg Busse. Die Ertragsprognose basiere auf Windmessungen vor Ort.

Auch das Münchner Unternehmen „BayWa r.e.“ hält trotz aller voraussichtlichen Ausfallzeiten an der Hausnummer von rund 58.000 Megawattstunden und 17.900 zu versorgenden Zwei-Personen-Haushalten fest. „Die Berechnung basiert auf der gutachterlichen Ertragsprognose, ausgehend von der Windmessung und der entsprechend über einen Langzeitabgleich errechneten durchschnittlichen Jahreswindgeschwindigkeit vor Ort“, so Pressesprecher Felix Gmelin. Sämtliche zu erwartende Verluste – eingerechnet seien selbst geplante Wartungen und Stillstand wegen Eisansatz – seien berücksichtigt.

Mehr lesen Sie am 14. März in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

helmut
14.03.2019
Geplante Windparks im Nordschwarzwald: Hochgesteckte Ziele trotz niedriger Drehzahlen

Alle Energieprobleme wären gelöst wenn die zu versorgenden 17 900 und 5200 Haushalte vom normalen Netz abgekoppelt würden. Mit diesen Milchmädchenrechnungen ist die Energiewende nicht möglich. Einfach die Jahresleistung der Windräder zusammenzählen und mit dem Gesamtverbrauch der Haushalte zu vergleichen ist an Volksverdummung nicht zu überbieten. Bei Höchstverbrauch und Windflaute sind Kraftwerke die permanent Strom liefern nicht zu entbehren. Die Aufsteller und Betreiber haben nur ...... mehr...

Demagoga
14.03.2019
Geplante Windparks im Nordschwarzwald: Hochgesteckte Ziele trotz niedriger Drehzahlen

Welcher Betreiber hat für eine Anlage im Schwarzwald Subventionen erhalten? mehr...