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Die Gemeinderatssitzung im Rathaus in Stein säumten zahlreiche Zuhörer. Viele von ihnen verließen die Sitzung nach dem entscheidenden Tagesordnungspunkt wieder. Foto: Roller
Die Gemeinderatssitzung im Rathaus in Stein säumten zahlreiche Zuhörer. Viele von ihnen verließen die Sitzung nach dem entscheidenden Tagesordnungspunkt wieder. Foto: Roller
31.01.2018

Gewerbegebietsplanung entzweit Bürgerschaft in Königsbach-Stein

Königsbach-Stein. Das Gewerbegebiet „Laier“ scheint viele Bürger in Königsbach-Stein zu bewegen. Das wurde bei der Sitzung des Gemeinderats deutlich, zu der so viele Bürger erschienen waren, dass die Sitzplätze im Steiner Rathaus bei weitem nicht ausreichten und manch einer die Sitzung im Stehen verfolgen musste.

Das Gewerbegebiet war beherrschendes Thema in der Bürgerfragestunde. Ein Bürger wollte wissen, ob bereits eine Lärm-Emissions-Untersuchung existiere. Es gebe bereits ein Gutachten über den vom Gewerbe und vom Verkehr ausgehenden Lärm, sagte Bürgermeister Heiko Genthner. Das Gutachten sei bereits in einer öffentlichen Sitzung des Gemeinderats vorgestellt worden. In der nächsten Sitzung sei geplant, einen Vorentwurf des Bebauungsplans für das Gewerbegebiet zu präsentieren. Laut Genthner haben schon mehrere ortsansässige Firmen Interesse an dem Gebiet angemeldet, der Bedarf an Flächen sei vorhanden und die Gemeinde wolle mit der Ausweisung des Gewerbegebiets Arbeitsplätze am Ort halten. Zu den einzelnen Interessenten könne er aber keine Auskunft geben. Das Maß der baulichen Nutzung des Gebiets werde im Bebauungsplan festgelegt.

Nachdem eine Bürgerin angegeben hatte, in dem Gebiet viele artgeschützte Tiere gesehen zu haben, erklärte Genthner, auch der Umweltschutz werde im Bebauungsplanverfahren behandelt. Die Kritik eines anderen Bürgers zielte auf die Größe der Betriebe ab, die sich dort ansiedeln sollen. Er behauptete, das Gewerbegebiet sei ursprünglich mit dem Ziel auf den Weg gebracht worden, kleinen Betrieben aus dem Ort eine Erweiterungsmöglichkeit zur Verfügung zu stellen und nun sollten dort auch große Gewerbebetriebe Flächen erwerben können. Genthner widersprach dieser Darstellung und betonte, wichtig sei, dass das Gebiet ortsansässigen Betrieben zur Verfügung stehe, unabhängig von ihrer Größe. Im Bebauungsplan gehe es nur darum, die Art der Bebauung festzulegen und das habe mit der Größe der Betriebe zunächst nichts zu tun.

Eine Vertreterin des Königsbacher Reitvereins beklagte, das Gewerbegebiet betreffe ihren Verein existenziell, weil dadurch viele Koppeln wegfallen würden. Genthner sagte, es sei wichtig, Ersatz dafür zu finden. Er sei mit dem Verein im Gespräch und habe ihm Unterstützung zugesagt. Mehr lesen Sie am Donnerstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.