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In freier Wildbahn sind die scheuen Wildkatzen äußerst selten anzutreffen, in Wildparks wie hier in Pforzheim dafür umso beliebter bei den Besuchern. Nun soll in Tiefenbronn ein Luchs in freier Wildbahn unterwegs sein. Foto: Seibel, Archiv
16.07.2015

Gibt es einen wilden Luchs in Tiefenbronn?

Es scheint unglaublich: Aber einige Tiefenbronner behaupten, einen Luchs gesichtet zu haben. Wildexperten sind skeptisch, schließen die Sichtung aber nicht aus.

Aufgeschreckt durch ein heiseres, lautes „Aaaaoouuuuh“ in den Abendstunden halten Mitarbeiter der Firma Pulverbeschichtungen Kilian im Gewerbegebiet Tiefenbronn Ausschau – und entdecken Unglaubliches. Aus den angrenzenden Weizenfeldern blickt ihnen aus etwa 300 Metern Entfernung ein Tier entgegen. Sie sind überzeugt, die charakteristischen „Pinselohren“ sowie die Schreie eines Luchses erkannt zu haben. Seit dem ist das scheue Tier mehrfach von verschiedenen Personen in unregelmäßigen Abständen im Weizenfeld gesichtet worden. Kreisjägermeister von Tiefenronn, Dieter Krail, steht der Sichtung eines Luchses skeptisch gegenüber, schließt sie allerdings nicht aus.

Häufig werden die Wildkatzen, die etwa so groß wie ein Schäferhund sind, mit anderen Tieren, wie Füchsen oder Katzen verwechselt. Im gesamten Schwarzwald gibt es derzeit zwei Luchse. Micha Herdtfelder vom Freiburger Luchsmonitor-Ring hält die Sichtung eines Einzeltieres für plausibel. Es gäbe zwar keine Luchspopulation in Baden-Württemberg, es komme aber vor, dass einzelne Tiere aus der Schweiz nach Deutschland wandern und sich hier ein neues Revier suchen. Es kehren tatsächlich einst ausgestorbene Wildtiere nach Baden-Württemberg zurück. Vor kurzem wurde mittels DNA-Test ein überfahrenes Tier zweifelsfrei als Wolf identifiziert, erstmals nach 150 Jahren (die PZ berichtete). Auch der Luchs, der 1850 vollständig ausgerottet wurde und aus den deutschen Wäldern verschwand, kehrt heute langsam nach Deutschland zurück.

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