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Dicht gedrängt standen die Sänger der Steiner Stephanuskantorei am Altar, als sie das „Hallelujah“ schmetterten. Foto: Roller
Dicht gedrängt standen die Sänger der Steiner Stephanuskantorei am Altar, als sie das „Hallelujah“ schmetterten. Foto: Roller
27.12.2017

Glänzender Schlussakkord ehrt Kantorin Laura Skarnulyté

Königsbach-Stein. Ruhe und Besinnung, aber auch geistliche Freude strahlt Georg Friedrich Händels „Messiah“ aus. Ein Oratorium, dessen erster Teil von der Geburt Jesu erzählt und sich damit hervorragend dazu eignet, am zweiten Weihnachtstag in der vollbesetzten Steiner Stephanuskirche aufgeführt zu werden. Im Rahmen eines ökumenischen Gottesdiensts brachten die Sänger der Stephanuskantorei Teile des wohl berühmtesten Oratoriums des 1685 geborenen barocken Tondichters zur Aufführung.

Es war ihr letzter Auftritt unter der Leitung von Kantorin Laura Skarnulyté. Nach elf Jahren in Stein hat die 41-Jährige die Enzkreis-Gemeinde bereits vor einigen Wochen verlassen, um eine neue Stelle in Freiburg anzutreten. Ab sofort wird die ursprünglich aus Litauen stammende Musikerin dort die neue Kantorin der evangelischen Pfarrgemeinde West sein.

Für den Auftritt „ihrer“ Stephanuskantorei kam sie am zweiten Weihnachtstag aber noch einmal zurück nach Stein, stellte sich in den Mittelgang und nahm in gewohnter Weise den Taktstock in die Hand, um den rund 25 Sängern, den beiden Solistinnen und dem mehr als zehnköpfigen Orchester in dem anspruchsvollen Stück die nötige Orientierung zu geben. Das begann leise, aber feierlich mit reiner Instrumentalmusik, bevor Sopranistin Song-Yi-Lee und Altistin Denise Seyhan, nur minimalistisch vom Orchester begleitet und einmal von der Stephanuskantorei unterbrochen, Stellen aus der Bibel vortrugen. Sie stehen im Mittelpunkt der Komposition und kündigen die Ankunft Jesu an. Nach einem dynamisch gestalteten Wechselgesang mit Seyhan jubilierte die Stephanuskantorei im sich steigernden Choral „For unto us a Child is born“. Etwas dunkler wirkten die vier von Sopranistin Song-Yi-Lee vorgetragenen kurzen Rezitative, die schließlich in den hellen Choral „Glory to God in the highest“ einmündeten.

Tosender Applaus

Nach der ebenfalls fröhlichen Sopranarie „Rejoice greatly“ fand das Konzert im von der Stephanuskantorei vorgetragenen „Hallelujah“ seinen musikalischen Höhe- und Schlusspunkt. Die klangliche Fülle verfehlte ihre Wirkung nicht: Die Besucher waren begeistert und spendeten am Ende tosenden Applaus. Umso bedauerlicher erschien es vielen, dass Kantorin Laura Skarnulyté in Zukunft nicht mehr in Stein tätig sein wird, die zahlreiche Aufgaben in der evangelischen Kirchengemeinde übernommen hatte. „Sie haben das alles mit viel Begeisterung getan“, lobte Dekan Christoph Glimpel. Ihr Wirken habe auf den ganzen Kirchenbezirk ausgestrahlt. Auch die Sänger der Stephanuskantorei verabschiedeten sich von Skarnulyté – auf ihre eigene Weise mit einem Lied, in dem sie sich für die „schönen Stunden und die herrliche Musik“ bedankten. In Zukunft leitet Ulrike Rothen die Kantorei.