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Ist das Bürgerinteresse groß genug, werden solche Glasfaserstränge ab Juni in der ganzen Gemeinde Engelsbrand verlegt. Von links: BBV-Marketingleiter Axel Halberstadt, Regionalleiter Robert Link, Bürgermeister Thomas Keller und der Leiter kommunaler Netzausbau bei BBV, Marcus Böker (von links). Keller unterzeichnete gestern fürs Rathaus schon einen Vertrag.  Foto: Fuchs 

Glasfaserausbau in Engelsbrand: Vor dem schnellen Internet steht der Kampf um Kunden

Engelsbrand. Machen 973 Haushalte mit, bringt das Unternehmen BBV Glasfaserleitungen nach ganz Engelsbrand. Dafür wirbt man ab sofort mit einer Bürgerinfo, einer Aktion, bei der Vereine zugunsten der Clubkasse Kunden werben können, und mit Anlaufstellen vor Ort.

Den Grunbachern, Salmbachern und Engelsbrandern geht es derzeit wie den meisten im Enzkreis und in weiten Teilen Deutschlands: Die Internetanbindung ist mau. Es gebe zwar einzelne Haushalte, die von ordentlich schnellen Vectoring-Angeboten profitieren, sagt Bürgermeister Thomas Keller. In der Regel sehe es aber ähnlich aus wie in Kellers privatem Zuhause: „Wenn wir etwas im Internet herunterladen wollen, dann passiert das mit 16 bis 20 Megabit pro Sekunde“, sagt der Rathauschef.

Und das ist sehr, sehr langsam. Zum Vergleich: Bei den Plänen der Firma BBV, die Glasfaserleitungen für die gesamte Gemeinde plant, geht es je nach Vertrag um Bandbreiten von garantierten mindestens 100 Megabit pro Sekunde bis 1000 Megabit pro Sekunde. Geschwindigkeiten, die vor allem die Bürger brauchen, die viel zu Hause arbeiten. Aber auch für Streaming-Dienste wie Netflix, Computerspeicher in der Cloud und künftig Telemedizin und anderes ist schnelles Internet entscheidend. Darauf verweisen für BBV Marcus Böker, Leiter kommunaler Netzausbau, und Marketingleiter Axel Halberstadt. Ihre Firma verspricht, schnelle Glasfaserleitungen in alle Wohnstraßen der Gemeinde zu verlegen – wenn bis 15. März mindestens 973 Kunden Verträge mit BBV für Internetversorgung und – als Option – Telefon oder Fernsehen abschließen. Vier Millionen Euro will das Unternehmen, das sich auf die niederländische Gesellschaft Primevest Capital als Investor stützt, selbst in den Ausbau stecken.

Die Kommune, die auch beim Enzkreis-Zweckverband Breitbandausbau mitmacht, hätte eine Anbindung ohne eigene Kosten. Und Bürgern will man die Verträge schmackhaft machen, in dem man ihnen Kosten vor allem für den Hausanschluss in Höhe von rund 1400 Euro erspart. Nur eine Pauschale von 100 Euro für die Aktivierung wäre fällig. Der Glasfasereinbau könnte laut Böker bereits im Juni beginnen und zwölf Monate später abgeschlossen sein. Genügend Bauexperten habe man zur Verfügung. Etwa aus dem Raum Sinsheim, wo BBV bis Juni mit dem Glasfasernetz fertig sein will.

Mehr dazu lesen Sie in der „Pforzheimer Zeitung“ vom Freitag, 17. Januar.

Alexander Heilemann

Alexander Heilemann

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