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Riskante Abkürzung: Am Bahnhof Niefern – das Bild ist von 2012 – gab es wiederholt Sicherheitsdebatten.Foto: Archiv

Gleisüberquerung: Lebensgefährliche Ordnungswidrigkeit

Niefern-Öschelbronn/Karlsruhe. Lebensgefährliche Situationen mit Personen auf Bahnstrecken, in denen Zugführer Schnellbremsungen einleiten mussten, beschäftigen seit dem Wochenende die Bundespolizei Karlsruhe. Einer dieser Fälle betrifft den Bereich des Bahnhofs Niefern, der in den vergangenen Jahren immer wieder wegen riskanter Gleisüberquerungen für Aufsehen gesorgt hat. Dieses Mal war es ein Elfjähriger, der in Niefern am Sonntagabend auf dem Schienenstrang in Fahrtrichtung Pforzheim balancierte.

Der Fahrer eines nahenden Triebfahrzeugs bereitete die Notbremsung vor und gab einen Achtungspfiff ab. Davon aufgeschreckt, kletterte der Junge unverletzt auf den Bahnsteig zurück. Die Beamten suchen aufgrund der Strafunmündigkeit des Kindes das Gespräch mit den Eltern, um weitere Hintergründe zu erfahren und die Erziehungsberechtigten auf das gefährliche Verhalten ihres Sohnes hinzuweisen.

Härtere Androhungen gibt es für noch unbekannte Jugendliche, die am Samstagabend im Mannheimer Raum wiederholt auf die Gleise gesprungen waren und eine Schnellbremsung eines Zuges verursacht hatten. Die Polizei sucht in diesem Fall mithilfe von Bildern eines Zeugen nach den Verantwortlichen und verfolgt die Störung als gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr und somit als Straftat.

Grundsätzlich betont die Bundespolizei, dass Bahnanlagen keine Spielplätze sind. Gleisüberschreiter, ein viel häufigeres Phänomen als die beiden aktuellen Fälle, würden die hohen Geschwindigkeiten von Zügen und deren lange Bremswege oft unterschätzen. In jedem Fall stelle das Betreten und Überqueren von Bahnanlagen an einer nicht zugelassenen Stelle eine Ordnungswidrigkeit dar, für die Bußgelder drohen. Solche Gleisüberschreiter haben in Niefern in der Vergangenheit immer wieder für Sicherheitsdiskussionen gesorgt, wenn sie den Weg zwischen Gleis zwei und dem alten Bahnhof abkürzen wollten. Reagiert wurde etwa mit Warnschildern und Rückbau eines alten Betriebsübergangs.