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09.10.2009

Gradistanac tritt aus SPD aus und enttäuscht Esken

KREIS CALW. Die scheidende SPD-Bundestagsabgeordnete Renate Gradistanac (59) aus Wildberg im Kreis Calw gibt ihrer Partei das nächste Rätsel auf: Nachdem sie ohne die Nennung von inhaltlichen Gründen bereits im April 2008 auf eine vierte Kandidatur für den Bundestag verzichtet hatte, ist sie jetzt aus der SPD ausgetreten.

„Mein Parteiaustritt ist ein logischer Schritt – er markiert den Schlusspunkt nach 20 Jahren aktiver politischer Arbeit“, heißt es in einer am Freitag verbreiteten Pressemitteilung. Weitere Angaben über ihre Beweggründe macht Gradistanac nicht.

Gradistanac war 1998 in den Bundestag gewählt worden. Bei der Bundestagswahl am 27. September 2009 hatte Saskia Esken aus Bad Liebenzell den Sprung in den Bundestag wegen eines zu schlechten SPD-Landeslistenplatzes nicht geschafft. Der Kreis Calw wird seither nur noch durch Hans-Joachim Fuchtel (CDU) im Bundestag vertreten.

Mit Bedauern reagiert der Calwer SPD-Kreisverband auf den Austritt Gradistanacs. „Es war aus meiner Sicht aber der konsequente Schritt, nachdem sie im vergangenen Frühjahr bekannt gegeben hatte, sich nicht mehr um das Mandat im Deutschen Bundestag zu bewerben“, erklärt die stellvertretende Kreisvorsitzende Esken. Und, so Esken: „Auch ihre Abwesenheit im Bundestagswahlkampf war daher nur konsequent, wenn auch für mich als Kandidatin und die wahlkämpfende Parteibasis enttäuschend.“

Überraschend und bedauerlich ist für Esken aber die Tatsache, dass sie vom Parteiaustritt der Noch-Abgeordneten nur durch die entsprechende Presseerklärung erfahren habe, mit welcher Gradistanac am Freitag die Medien über ihren Schritt informiert hat.