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Die Heimatforscher Günter Obrecht (von links) und Gotthold Genthner haben bei Höfen die alte Landesgrenze entdeckt. Bürgermeister Heiko Stieringer könnte sich dort die Schaffung eines Waldpfads vorstellen.  Foto: Schabert 

Grenzpfad für Höfen zum Erhalt von uralter Linie: Forscher erhalten den Sonderpreis für Kleindenkmale 2021

Gotthold Genthner und Günter Obrecht wünschen sich einen badisch-württembergischen Grenzpfad zwischen Höfen und Calmbach – nicht zur Abgrenzung, sondern als Verbindung und zum Erhalt einer uralten, bis heute gekennzeichneten ehemaligen Landesgrenze. Für ihre Forschungen wurde ihnen der „Kulturlandschafts-Sonderpreis Kleindenkmale 2021“ zugesprochen. Für Höfens Bürgermeister Heiko Stieringer ist die Verwirklichung des Wegs – wie er beim Gespräch im Rathaus unterstrich – „vorstellbar und ein anstrebenswertes Ziel“.

Als vor Jahren Genthner und Obrecht an der Kleindenkmalerfassung mitwirkten, ahnten sie noch nicht, was aus ihren speziellen, zusätzlich aufgenommenen Forschungen werden könnte. Der ihnen zugedachte Preis wird 2021 zweimal vergeben und ist mit 500 Euro dotiert. „Das Geld möchte ich als Grundstock für das Projekt bereitstellen“, sagt Genthner. Eigentlich sollte die vom Schwäbischen Heimatbund und der Sparkassen-Finanzgruppe ausgelobte Auszeichnung an die beiden Höfener an diesem Montag in Großbottwar im Rahmen eines Festakts verliehen werden. Die Festansprache hätte Forstminister Peter Hauk gehalten. Aber wie viele andere öffentliche Veranstaltungen wurde auch diese wegen der Corona-Entwicklung abgesagt.

Es kann bei der Fülle von Anträgen durchaus als Zeichen der Ausdauer von Bürgermeister Heiko Stieringer gesehen werden, dass es mit der Anerkennung durch die Jury endlich im dritten Anlauf geklappt hat. So oft hat er die Unterlagen nämlich beim Schwäbischen Heimatbund eingereicht. Viel Ausdauer war auch für das Projekt nötig. Im Rahmen des Starts in die Kleindenkmalerfassung im Landkreis Calw war Genthner auf die kaum bekannte alte Landesgrenze gestoßen. Diese schied bis zu einem 1604 umgesetzten Vertrag von 1603 markgräflich-badisches Gebiet vom württembergischen Herzogtum. Später grenzte sie den – früher mit „V“ geschriebenen – (Lieben-)Zeller Vorst vom Wildbader Vorst ab.

Zwanzig von dreißig steinernen Grenzzeichen konnten die beiden Forscher meist mitten im steilen und unwegsamen Waldgelände finden. Oft waren die Steine eingegraben, umgefallen, unter einer Moosschicht oder gar unter Wurzeln versteckt. Um sie aufzufinden, halfen eine Flurkarte von 1835 und die Kenntnisse von Günter Obrecht, der Vermessungsfachmann ist.