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„Himmel und Hölle“ lautet der neue Schwank des „Grofe-Theaters“ Bauschlott, der am Wochenende in der Gräfin-Rhena-Halle vor vollem Haus Premiere feierte. Den Akteuren waren die Rollen wie auf Leib geschrieben. Foto: Dietrich
„Himmel und Hölle“ lautet der neue Schwank des „Grofe-Theaters“ Bauschlott, der am Wochenende in der Gräfin-Rhena-Halle vor vollem Haus Premiere feierte. Den Akteuren waren die Rollen wie auf Leib geschrieben. Foto: Dietrich
25.01.2016

„Grofe-Theater“ spielt sich in die Herzen des Publikum

Den Schwank „Himmel und Hölle“ von Dietmar Steimer führte das „Grofe-Theater“ Bauschlott am Wochenende in der Gräfin-Rhena-Halle vor vollem Haus auf. Das Laienschauspielensemble bewegte sich dabei mal auf ganz anderem Terrain. Stefan Zorn, Vorsitzender des veranstaltenden Fördervereins des Musikvereins Bauschlott, hatte in seiner Begrüßung nicht zu viel versprochen, indem er zu den Besuchern sagte: „Lehnen Sie sich einfach entspannt zurück, genießen den Abend und sparen Sie dabei natürlich nicht an Applaus.“

Die Akteure, denen die Rollen wie auf Leib geschrieben waren, vollbrachten eine Spitzenleitung. Zum Stück: Es war nicht vorgesehen, dass Ewald Pfeifer (Gerd Leicht) einen Stromschlag bekommt. Deshalb weiß Engel Ordnikus (Gerd Rüßmann-König) im Himmel nicht so recht, ob er ihn behalten soll oder in die Hölle weiterschicken muss. Deren Gesandter Arthur (Thomas Engel) ist im wahrsten Sinne des Wortes hinter ihm her, wie der Teufel hinter einer armen Seele. Denn Ortsvorsteher Pfeifer ist kein unbeschriebenes Blatt. So hat er in der Gemeinde mal dem Musikverein, dem Pfarrer oder anderen Schaden zugefügt, um seinen Willen durchzusetzen, sich zu bereichern oder einem Widersacher eins auszuwischen. Ewald ahnt, dass ihn seine schlechten Taten in die Hölle bringen könnten, weshalb er ein letztes Mal zu mogeln versucht, was ihm jedoch misslingt.

Daher hätte das Stück auch „Himmel oder Hölle“ lauten können. Da es für den „Verstorbenen“ nun keinen Raum und keine Zeit mehr gibt, geht sein Schutzengel (Robin Klotz, der erstmals mitspielte) mit ihm zu seiner Familie auf die Erde zurück. Er kann nur sie, sie aber ihn nicht hören und sehen, als sie sich in seinem Wohnzimmer unterhalten. Dies sind seine Frau Anna Jessica Taucher), deren Mutter Marliese (Nadine Iacona), Annas Cousine Martha (Kerstin Hilt) und deren Mann Albert (Andreas Stößer). Da er auch noch ihre Gedanken hören kann, kommen so manche Sünden ans Tageslicht. Als schließlich Artur Ewald in das Höllenreich mitnehmen will, schreit er immer wieder verzweifelt laut: „Ich will nicht in die Hölle“, bis er in seinem Bett aufwacht und feststellt, dass alles nur ein böser Traum war.