nach oben
12.10.2008

Großbrand bei "Tyco" in Niefern: Millionenschaden und vier verletzte Feuerwehrleute

NIEFERN-ÖSCHELBRONN. Ein Schwelbrand in der Galvanik der Elektronikfirma „Tyco“ in Niefern-Vorort hat schwere Schäden in Millionenhöhe verursacht. Die zeitweise rund 150 Feuerwehrleute hatten schwer zu kämpfen, den Brandherd im dichten Qualm zu finden. Vier Feuerwehrleute wurden verletzt. 

Der Großalarm für die Feuerwehren fiel um 15.32 Uhr mitten in den verkaufsoffenen Sonntag in Niefern. Die Löscharbeiten bei Tyco Electronics an der B 10 wurden deshalb von Hunderten Schaulustigen verfolgt.

Was der Feuerwehr Schwierigkeiten bereitete, war der tiefschwarze Qualm auf einer Fläche von fast 2000 Quadratmetern. Die Suche nach dem Brandherd im zweiten Obergeschoss eines rund 100 Meter langen Produktionsgebäudes glich der nach der Nadel im Heuhaufen. Entdeckt wurde schließlich ein Schwelbrand in der Galvanik, der eine große Hitze entwickelt hatte. Um 17.33 Uhr war das Feuer aus. Am Sonntag zeichnete sich nach Angaben von Kreisbrandmeister Bernd Straile ein Schaden in Millionenhöhe ab.

Mitarbeiter wurden evakuiert

Vier Feuerwehrleute wurden bei dem Einsatz verletzt, zwei von ihnen wurden mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Die "Tyco"-Mitarbeiter blieben unverletzt. In dem betroffenen Stockwerk hatte am Sonntag niemand gearbeitet, andere Bereiche wurde nach dem Alarm der Brandmeldeanlage evakuiert. Die Galvanikanlagen waren automatisch gelaufen.

Die Ursache für den Schwelbrand ist ebenso noch offen wie die genaue Schadenshöhe. Die Betriebsleitung hatte der Feuerwehr gegenüber am Sonntag erklärt, am Montag die Schäden in dem betroffenen Stockwerk genau aufzunehmen. Ansonsten sollte die Arbeit weitergehen.

Unter den insgesamt rund 150 eingesetzten Feuerwehrleuten aus Niefern-Öschelbronn, Wurmberg, Mühlacker, Illingen, Pforzheim und Kieselbronn waren auch die Illinger Chemikalien-Spezialisten. Im Brandstockwerk waren Flüssigkeiten aus Galvanik-Bädern ausgelaufen.

Keine Gefahr durch Chemikalien

Aber die Sicherheitsvorrichtungen der Firma haben funktioniert“, sagte Kreisbrandmeister Straile. Die Chemikalien seien in den Räumen aufgefangen worden, nichts sei nach draußen gedrungen.

Laut Feuerwehr bestand auch durch den dichten Qualm keine Gefahr für die Bevölkerung. Er war schnell nach oben abgezogen. Gegen 19 Uhr war der Feuerwehreinsatz beendet. Brandermittlungen werden aufgenommen. Neben der Feuerwehr waren auch Polizei und Rotes Kreuz mit rund 38 Mann im Einsatz.