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Geschafft: Sven Bernhagen mit 85 Wanderern am Ziel. © Tilo Keller
18.10.2013

Große Überraschung zum Enzkreis-Extrem-Finale

Tief hängt Annas Zunge herunter. Immer näher kommt sie dem mit Laub übersäten Waldboden. Doch es ist keine Erschöpfung, die die Hündin hecheln lässt – sondern tierische Begeisterung: Quietschfidel springt sie auf der sechsten und letzten Etappe der Enzkreis-Extrem-Wanderung zwischen den 85 menschlichen Mitläufern – und Paula, Hündin Nummer zwei – umher.

Bildergalerie: Enzkreis extrem: 6. Etappe von Wurmberg nach Heimsheim

„Die ist fit, die könnte das Dreifache laufen“ sagt Irmgard Kirstein, die den neunjährigen Irish Setter auf der Strecke von Wurmberg nach Heimsheim mitgebracht hat. Das dreifache? Dreimal 16,9 Kilometer? Ganz so weit soll es im östlichen Enzkreis dann doch nicht hinausgehen – auch wenn das für viele Mitwanderer wohl kein Problem wäre. Für das marathonerprobte Rentner-Ehepaar Denninger etwa, das stets in der Spitzengruppe mit spaziert. Laufen – ob wandernd, joggend oder rennend – ist für sie Alltag. Manfrend Denninger schwärmt gerade vom Blick auf die Enzschleife bei der fünften Etappe, als kurz vor Tiefenbronn Sven Bernhagens Pfiff ertönt: Einige sind falsch abgebogen, hier geht’s lang – alles hört auf sein Kommando.

Bildergalerie: Enzkreis extrem: 5. Etappe von Illingen nach Wurmberg

Eine Stunde zuvor waren der Wanderguru und seine Schäfchen von Bürgermeister Jörg-Michael Teply in Wurmberg verabschiedet worden: „Hier lacht die Sonne – wenn sich das bis Heimsheim ändert ist Herr Sickmüller Schuld“, sagte er mit Blick auf Wurmbergs ehemaliges Oberhaupt, das erneut die Wanderstiefel geschnürt hatte. Indes: Soweit wird es nicht kommen. Viel Sonne, ein paar angenehme Wolken – es ist das perfekte Wanderwetter, dass auch beim Anstieg auf der Burg Steinegg auf die Wanderer wartet.

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Nachdem die ersten Höhenmeter gemeistert sind, meistert auch Bernhagen seine Sven-ärgere-dich-nicht-Aufgabe: Feuermachen mit einem Feuerstein. „Stell dir einfach vor, du bist auf einem Berg und es ist bitter kalt“, lädt Edda Henrich den passionierten Kletterer zum Kopfkino ein. Einige enttäuschte „Oohs“ vergehen, bis schließlich ein begeistertes „Aah“ ertönt: Das Holz brennt – und die Marshmallows baumeln über dem Grill.

Die letzten „Aahs“ und „Oohs“ des Tages sollten dies aber nicht gewesen sein: Spätestens beim Silberberg vor Heimsheim kommen die nächsten hinzu: Goldener Sonnenschein und ein weiter Ausblick entschädigen für den zweiten Anstieg. Wenige Meter später ist es geschafft: Nach sechs Tagen, knapp 100 Kilometern und ungezählten Schweißperlen lüftet Bernhagen gemeinsam mit PZ-Chefredakteur Magnus Schlecht in der Heimsheimer Gaststätte Waldhorn das Geheimnis der Wanderung: „Ich bin extrem stolz – auch wenn das Wort ’extrem’ extrem strapaziert wurde – dass Sie mit so viel Begeisterung dabei waren“, sagt Schlecht. „Sie haben der Region den PZ-Stempel aufgedrückt“ – und das wortwörtlich, denn die sechs Etappen ergeben ein „P“ und ein „Z“ inmitten des Enzkreises. Da sind sie wieder: Die „Aahs und Oohs“ der Wanderfreunde.

Doch nicht nur sie sind angetan: Auch Heimsheims Bürgermeister Jürgen Troll, der die Truppe begrüßt, freut sich über die „tolle Idee der PZ“, ehe er noch seiner Heimatgemeinde schmeichelt: „Besonders freut es mich, dass Sie nach sechs Tagen die schönste Stadt des Enzkreises erreicht haben.“

Eine Liebeserklärung der kulinarischen Art überreicht schließlich Edda Henrich an Bernhagen, den die meisten „Sven“ nennen: Zum Abschied bekommt er einen Kuchen in Herz-Form, darauf eine Enzkreis-Karte. Seine allerletzte Aufgabe: die Wanderroute mit Lebensmittelfarbe aufzeichnen. Gesagt, getan – gegessen? Nein, der Kuchen bleibt (noch) heil. Stattdessen lassen es sich die Wanderer im Waldhorn schmecken – ehe sie Eberhardt Reisen nach der Abschlussparty in drei Bussen wieder gen Heimat bringt. Sonderseiten zum Finale der Enzkreis-Extrem-Wanderung lesen Sie in der "Pforzheimer Zeitung" und im E-Paper der PZ!

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