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Der Gemeinderat weist Teile der Nordstadt als Sanierungsgebiet aus. 

Großes Entwicklungspotenzial: Gemeinderat weist Teile der Pforzheimer Nordstadt als Sanierungsgebiet aus

Pforzheim. Pforzheims Planungsdezernentin Sibylle Schüssler hat sich in einem Informationsschreiben an die zahlreichen Bewohnerinnen und Bewohner des Sanierungsgebiets „Nordstadt II“ gewandt und darin das große Entwicklungspotenzial der Pforzheimer Nordstadt herausgestellt. Weil dies auch der Gemeinderat erkannt habe, wurde beschlossen, Teile der Nordstadt als Sanierungsgebiet auszuweisen. Das gab die Stadt in einer Pressemitteilung bekannt.

Zusammen mit den Gebäudeeigentümern und den Bewohnerinnen und Bewohner wolle die Stadt in den nächsten Jahren die Nordstadt weiter zu einem lebendigen und starken Stadtteil entwickeln. Mit Hilfe von Fördermitteln des Bund-Länder-Programms habe Pforzheim dafür sehr gute Voraussetzungen.

Nordstadt
Das Sanierungsgebiet erstreckt sich von der Güterstraße im Süden bis zur Karolinger- und Friesenstraße im Norden.

Neben der Sanierung und Neugestaltung öffentlicher Plätze sollten und dürften auch private Hauseigentümer in das Projekt einbezogen werden, wie Schüssler betont. Von der Stadt Pforzheim, dem Bund und dem Land Baden-Württemberg würden bis heute 4,7 Millionen Euro an Fördermitteln für die Nordstadt bereitgestellt. Es sei Ziel der Stadt, diesen Förderrahmen bis zum Jahr 2028 auf rund 9 Millionen zu erhöhen.

Stadt Pforzheim will Bürger in Projekt einbeziehen

In Kooperation mit den sozialen Akteuren und Institutionen des Stadtteils als auch dem Nordstadt Bürgerverein e. V. habe die städtische Sanierungsstelle ein Entwicklungskonzept entworfen, das mit möglichst großer Bürgerbeteiligung in den kommenden Jahren konkretisiert und umgesetzt werden solle. Es solle konkret helfen, das Stadtbild aufzuwerten, Gebäude zu sanieren und die Energiebilanz zu verbessern.

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Die Stadt Pforzheim freue sich über alle Bürgerinnen und Bürger, die sich in das Projekt einbrächten. Neben einer baulichen Aufwertung wolle die Stadt aber auch die bereits vorhandenen sozialen Angebote im Stadtteil weiter stärken und ausbauen. Die Einrichtung eines Quartiersmanagements vor Ort als direkter Ansprechpartner der Stadt sei hierbei eines der Hauptziele.

Sie wünsche sich, so Schüssler, dass die Nordstadt in den kommenden Jahren aufblühe. Als kleines Symbol für diesen Wunsch hatte die Stadt dem Schreiben der Bürgermeisterin ein Päckchen der insektenfreundlicher Pforzheimer Samenmischung mit dem Spruch „Die Nordstadt blüht auf“ beigelegt. Vielleicht findet sich im Vorgarten bzw. Innenhof oder auf einem Balkon Ihres Wohnhauses eine geeignete Stelle als Beitrag für eine lebens- und liebenswerte Nordstadt. Sie freue sich über Wünsche, Anregungen und Hinweise, die die Bewohnerinnen und Bewohner für ihre und Pforzheims Nordstadt im Auge hätten, so Schüssler abschließend. Niemand kenne den Stadtteil so gut wie diese selbst.

Förderrahmen von fast 5 Millionen Euro

Das Sanierungsgebiet erstreckt sich von der Güterstraße im Süden bis zur Karolinger- und Friesenstraße im Norden. Im Osten bilden die Anshelmstraße und im Westen die Salier- und Philippstraße die Begrenzungen. Mit einem Förderrahmen über 4,7 Millionen Euro hatte das Regierungspräsidium Karlsruhe den Antrag der Stadt Pforzheim auf Annahme der „Nordstadt II“ in das Bund-Länder-Förderprogramm „Stadt- und Ortsteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die Soziale Stadt“ im April 2019 genehmigt.

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Zuvor hatte die Stadt Pforzheim unter anderem mit breit angelegter Bürgerbeteiligung Voruntersuchungen weiter Teile der Nordstadt zur Vorbereitung eines Sanierungsgebiets unternommen. In Zusammenarbeit mit den städtischen Ämtern und den sozialen Akteuren im Stadtteil hatte die beim Planungsamt angesiedelte Sanierungsstelle ein Entwicklungskonzept erarbeitet, das im Oktober 2018 in einen Förderantrag gemündet war. In diesem ersten Schritt steuern Bund und Land 2,8 Millionen Euro aus dem Soziale-Stadt-Programm bei.

Sanierung soll bis 2028 abgeschlossen sein

Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler hatte sich seinerzeit über das deutliche Signal der Landesregierung für die Entwicklung der Nordstadt gefreut und dieses als „optimalen Start“ bezeichnet, der eine zügige Umsetzung des integrierten Entwicklungskonzeptes für die Nordstadt ermöglichen werde. Die erforderlichen Haushaltsmittel sind im aktuellen Doppelhaushalt und der damit verbundenen mittelfristigen Finanzplanung enthalten, sodass mit der Umsetzung erster Projekte begonnen werden konnte.

Die entsprechende Sanierungssatzung beschloss der Pforzheimer Gemeinderat im Oktober 2019. Im weiteren Verlauf können jährlich Erhöhungsanträge entsprechend den Projektfortschritten gestellt werden, um sukzessive den ursprünglich beantragten Förderahmen von 8,9 Mio. € zu erreichen.

Die Stadt Pforzheim will bis 2028 zusammen mit der Bevölkerung, den Gewerbetreibenden und sozialen Akteuren in der Nordstadt das breit gefächerte Handlungskonzept für den Stadtteil zügig umsetzen. Ziel ist die Entwicklung eines lebendigen, kreativen und urbanen Quartiers, das die bereits vorhandene Lebensqualität in der Nordstadt nochmals deutlich steigert.