nach oben
Eine Dose mit einem Cannabis-Medikament. Symbolbild: dpa
Eine Dose mit einem Cannabis-Medikament. Symbolbild: dpa
04.07.2019

Großes Interesse an Cannabis-Therapie und Migräneimpfung in Bad Wildbad

Bad Wildbad. Dr.. Edgar Bauderer hat gleich zu Anfang ein bisschen Luft herausgenommen: Ein Wundermittel sei Cannabis nicht. Der Chefarzt der Anästhesie und Schmerztherapie der Sana-Kliniken in Bad Wildbad zeigte bei seinem Vortrag dennoch vieles an positiven Möglichkeiten des zum Teil noch immer kriminalisierten Hanf-Wirkstoffs auf, der in der medizinischen Form eines nicht hat – eine berauschende Wirkung – der aber in bestimmten Formen die Wahrnehmung verändern kann.

Welche Hoffnungen sich auf die neuen Entwicklungen in der Schmerztherapie richten, bewiesen die voll besetzten Zuhörerreihen, denn nicht nur Cannabis, auch die Migräneimpfung stand im Mittelpunkt. „Es tut sich doch einiges im Bereich der chronischen Schmerzen“, bilanzierte Bauderer.

Die ärztliche Cannabis-Therapie, auch darauf wies Bauderer hin, ist gegenwärtig noch nicht in allen Bereichen grundlegend erforscht: „Zahlreiche Indikationen sind noch unklar.“ Gute Erfolge, zumindest in der Schmerzlinderung, wurden zum Beispiel bei Fibromyalgie und bei neuropathischen Schmerzen, MS-Krämpfen und auch bei Tumorschmerzen und in der Begleitung der Chemotherapie bei Krebs erzielt. Wobei in der Sana-Klinik bei allen therapeutischen Verfahren eine interdisziplinäre Schmerzdiagnostik und Therapie einbezogen wird.

Das frei verkäufliche CBD, auf das sich viele Hoffnungen richten, gilt als sichere Komponente zur Selbstverordnung. Bauderer lehnt das nicht ab, rät aber einer Besucherin zur Vorsicht – auch hier gebe es Kontraindikationen. CBD gibt es in verschiedenen Konzentrationen, es soll unter anderem bei Schlafstörungen und bei Burn Out ebenso helfen wie bei Arthritis. Und bei Kindern und Jugendlichen, so der Schmerzmediziner, „wäre ich sehr vorsichtig“.