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Fernsehkoch und Kräuterexperte Roy Kieferle schnuppert am Bärlauch: Im Gemeinderat wird man nach der Wahl auf ihn verzichten müssen. Foto: Ketterl, Archiv

Großes Stühlerücken im Dobler Gemeinderat

Dobel. Eines ist bereits vor den Kommunalwahlen am 26. Mai sicher. Das Gesicht des Dobler Gemeinderats wird sich nach der Wahl verändern.

Zu den auch weit über Dobel hinaus bekannten Persönlichkeiten, auf die man künftig verzichten muss, gehört der bekannte Fernsehkoch Roy Kieferle. Lediglich sechs der derzeitigen zwölf Mitglieder des Rats werden erneut kandidieren. Dabei hatte sich ein noch größeres Stühlerücken abgezeichnet, da etliche Kandidaten ihre Kandidatur offenließen. „Es ist wichtig eine Kontinuität im Rat zu halten“, so Bernhard Kraft, Sprecher der Liste „Pro Dobel“. Kraft selbst ist bereits seit über 40 Jahren im Gemeinderat tätig. „Es gab durchaus Gedanken nicht mehr anzutreten“, äußert Kraft. Letztlich habe ihn aber seine langjährige Erfahrung dazu bewogen, erneut zu kandidieren. Zu große Veränderungen hält er für problematisch. Neben Kraft treten mit Reimund Ruff, Markus Treiber und Martina Naumann drei weitere Kandidaten erneut an. Dagegen ist für Lothar König nach fast 50 Jahren im Rat Schluss. Auch Roy Kieferle, seit den 80ern Ratsmitglied, wird nicht mehr antreten.

Während bei „Pro Dobel“ die Kontinuität in Teilen gewahrt bleibt, so kandidieren bei den „Freien unabhängigen Doblern“ lediglich zwei Personen, erneut. „Ich sehe das wenig problematisch“, erklärt Bernd Bischoff, Sprecher der FuD-Liste. Laut Bischoff leisten die Verwaltung und Bürgermeister Christoph Schaack hervorragende Arbeit. „Deshalb werden sich die Neulinge schnell an die Anforderungen gewöhnen“, ist sich Bischoff sicher. Bischoff selbst wird nach zwei Perioden im Gremium nicht mehr antreten. „In diesen Jahren haben wir einiges erreicht“, freut sich Bischoff. „Nun ist es aber Zeit, den Jüngeren eine Chance zu geben“, erklärt er seinen Abtritt aus Altersgründen. Er bedauerte aber, dass sich die Suche nach Kandidaten als schwierig erwiesen hat. Bischoff würde sich freuen, wenn erneut einige Frauen wieder gewählt werden.

„Der Umgangston bei den Sitzungen hat sich mit der Anwesenheit der Frauen deutlich verbessert“, freut sich Bischoff. Allerdings werden mit Antje Mieves, Bärbel Schöffler und Martina Dietrich drei Frauen der FuD-Liste nicht mehr antreten. Thomas Mangler und Sabine Nobel sind die einzigen Kandidaten der FuD-Liste, die erneut in den Wahlkampf ziehen. Von allen 24 Kandidaten sind sieben weiblich. Das Altersspektrum reicht von Jahrgang 1948 bis 1989. Thematisch unterscheiden sich die beiden Listen kaum.

Vor allem die medizinische Versorgung, Sicherung der Einkaufsmöglichkeiten, Schaffung neuer Wohn-und Gewerbeflächen, Verkehrssicherheit und der Erhalt des Prädikats „Heilklimatischer Kurort“ stehen im Vordergrund. Weiterhin spielt auch das Thema Tourismus eine wichtige Rolle. „Hier gilt es realistisch zu bleiben“, gibt Bischoff zu bedenken. Statt einer Weitentwicklung spricht Bernhard Kraft gar von einer Neuausrichtung. Am 10. Mai stellen sich die Kandidaten von „Pro Dobel“, ab 19 Uhr im Gasthaus Linde vor. Ebenfalls im Gasthaus Linde stellen sich fünf Tage später, ab 19 Uhr die Kandidaten der FuD-Liste vor.