nach oben
Ein bisschen Fassadenkosmetik Marke Immobilienhändler Andreas Sarow und schon wird ein normales Haus zum Streitpunkt in Engelsbrand-Grunbach. Foto: Privat
Ein bisschen Fassadenkosmetik Marke Immobilienhändler Andreas Sarow und schon wird ein normales Haus zum Streitpunkt in Engelsbrand-Grunbach. Foto: Privat
16.09.2016

Grunbacher „Dollhaus“ ärgert Bürger und beschäftigt Gemeinderat

Engelsbrand-Grunbach. Rote Fensterumrahmungen auf weißem Grund und ein riesiges, ebenfalls rotes Herz auf der Vorderseite: Über Nacht war Anfang September aus einem unscheinbaren Haus an der Calwer Straße unweit des Rathauses in Grunbach das „Dollhaus“ geworden. Dahinter steckt der Pforzheimer Immobilienhändel Andreas Sarow, der bereits vergangenes Jahr auf dem Rodrücken in Pforzheim mit seiner „Schwarzen Villa“ für Schlagzeilen gesorgt hatte. Dass sein neuestes Werk auch gut zwei Wochen nach Erscheinen noch ein Thema bei so manchem Engelsbrander ist, zeigte sich in der Bürgerfragestunde der jüngsten Ratssitzung am Donnerstag.

Eine Bürgerin sprach das „Dollhaus“ an, nannte es frauendiskriminierend und wollte wissen, ob die Gemeinde etwas dagegen unternehmen könne. „Baurechtlich gibt es nichts einzuwenden“, sagte Engelsbrands Bürgermeister Bastian Rosenau. Die Arbeiten, die Sarow an dem Gebäude durchgeführt hat, seien alle nicht genehmigungsbedürftig. Rosenau versuchte, die Intention des Immobilienhändlers zu erklären. „Herr Sarow möchte, dass die Menschen ihre Vorurteile hinterfragen“, sagte Rosenau. Denn auf den ersten Blick denke bei dem „Dollhaus“ wahrscheinlich jeder an „ein gewisses Etablissement“, so der Bürgermeister weiter. In echt stecke aber eben nur eine künstlerische Anlage dahinter. Die Gemeinde habe bis zuletzt nichts von den Plänen gewusst, sei ebenfalls mit der Umgestaltung überrascht worden. „Ich habe mit Herrn Sarow telefoniert und er hat mir zugesichert, Ende des Jahres aus dem Dollhaus wieder ein normales Wohngebäude zu machen“, so der Rathauschef.

Gemeinderat Klaus Supper, SPD und Bürgerliste Engelsbrand, nannte die Aktion des Immobilienhändlers ein Unding: „Erst das Gebäude verhängen und dann die Gemeinde vor vollendete Tatsachen stellen.“ Alexander Mekyska, Lebenswertes Engelsbrand, sah hingegen keine Notwendigkeit mehr, über das „Dollhaus“ zu sprechen: „Das ging durch die Presse – ich glaube nicht, dass wir dem Thema noch mehr Raum geben müssen.“

Leserkommentare (0)