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Der Ötisheimer Frank Jaggy bei Beginn der Lese Ende September: Dieses Jahr hat alles gepasst. Foto: Lutz, Archiv
Johannes Häge in seiner Kelter in Schützingen: Er verspricht sich viel von den Weinen des Jahrgangs 2015. Schierling
15.10.2015

Gutes Wetter: Winzer freuen sich über einen tollen Jahrgang

Die Weinlese im Ländle geht dem Ende zu. Die Weinbauern sind jetzt in ihren Kellern zugange, verarbeiten ihre Ernte und probieren schon erste Tröpfchen. Doch selten tun sie das mit derart viel Genuss und großer Vorfreude. „Wir haben bei dieser Lese das gekriegt, was wir uns schon lange gewünscht haben“, sagt beispielsweise der Dietlinger Winzer Claus Bischoff. 2015, ist er nicht nur er überzeugt, ist ein super Jahrgang.

Bildergalerie: Weinkeller von Christian Häußermann in Diefenbach

Für Weiß- und für Rotwein. Im Ländle waren auch schon Stimmen zu hören, die mit einem Rekordjahrgang liebäugeln. Doch mit derartigen Superlativen sind die Winzer in der Region zurückhaltender.

Zum einen meinte es das Wetter gut mit den Reben. Der heiße und beständige Sommer hat viel Süße in die Trauben gebracht und verspricht deshalb Weine von sehr guter Qualität. Seit 1978 arbeitet Johannes Häge aus Schützingen im Weinbau. „Aber so etwas wie dieses Jahr habe ich noch nie erlebt“, schwärmt er, während er in seiner Kelter die Trauben presst.

„Es sieht sehr vielversprechend aus“, sagt auch Christian Häußermann vom gleichnamigen Weingut in Diefenbach. Er verspricht sich vor allem viel von den Rotweinsorten. „Dem Lemberger und den Burgunderweinen hat das Wetter gut getan.“ Doch auch den Weißweinen habe das Wetter nicht im Geringsten geschadet. „Trotz Hitze und wenig Regen sind sie relativ spritzig“, berichtet Michael Kinzinger vom gleichnamigen Weingut in Enzweihingen. Uns selbst als die Trockenheit der Natur zusetzte, kam der Regen immer genau rechtzeitig, sagt Bischoff.

Der andere Faktor: Nach dem für viele Winzer schockierenden Jahr 2014, als die Kirschessigfliege große Schäden verursachte, blieben auch die Schädlinge weitgehend aus. „Alles hat zusammengepasst“, sagt Häge. Gerade die Kirschessigfliege sei von der langen Hitzeperiode von den Reben ferngehalten worden. „Wir haben schöne, gesunde und hochreife Trauben von den Rebstöcken genommen“, ist Häußermann froh.

Einen Nachteil hatte die Hitze aber doch: Es wird von dem vielversprechenden Weinjahrgang etwas weniger zu trinken geben als sonst. „Der Ertrag ist unterdurchschnittlich“, sagen Kinzinger und Häußermann. Durch unterdurchschnittliche Niederschläge hätten die Trauben weniger Saft bilden können.

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