nach oben
Die "Dennacher Trolle" starteten mit einer Häs- und Maskentaufe in ihre erste Fasnet © Jürgen Keller
08.01.2012

Häs und Maskentaufe des Dennacher Faschingsvereins „Dennacher Troll“

Neuenbürg-Dennach. Mit einer begeisterten und zum Teil ohrenbetäubenden Häs und Maskentaufe mit über 300 Guggenmusikern und Hästrägern, ist der neugegründete Faschingsverein „Dennacher Troll“ in die fünfte Jahreszeit gestartet.

Bildergalerie: Häs- und Maskentaufe bei den "Dennacher Trollen" 1

Obertroll Jürgen Männicke war nach der Taufe sichtlich erleichtert, denn in die Vorbereitungen wurde viel Schweiß investiert. Zwar haben die 16 Gründungsmitglieder, darunter acht Hästräger sowie sieben Kinder im Alter von drei bis elf Jahren, bereits am 11.11.2011 den Verein ins Leben gerufen, aber nach schwäbisch-allemanischem Brauch dürfen die Häs erst ab dem sechsten Januar abgestaubt werden. Dies blieb den Dennacher Trollen allerdings erspart, denn die Masken wurden in mühevoller Kleinarbeit von Herbert Wacker aus Conweiler erst vor ein paar Tagen fertig gestellt.

Bildergalerie: Häs- und Maskentaufe bei den "Dennacher Trollen" 2

Vorgelegt hatten die Mitglieder dem Holzschnitzer eine Häs-Zeichnung, was daraus geworden ist, hat jedoch alle Erwartungen übertroffen, zeigte sich Obertroll Männicke beeindruckt..

Die Dennacher Trolle sehen sich als Ergänzung zu den in Dennach bereits etablierten „Stammtischstrategen“, die unter anderem den Kinderfasnetsumzug durchführen.

Auf die Frage was den „Neu-Dennacher“ zur Gründung des Dennacher Troll bewogen hat meint Jürgen Männicke: „Einmal Hästräger immer Hästräger, ohne Häs da fehlt was, es juckt einfach“ zumal er sich zuvor schon bei den Pforzheimer Kräheneckhexen als Hästräger einbrachte. Befragt zu dem, was die Trolle bisher erreicht hatten fügte Männicke noch hinzu: „Wir wollen erst mal klein anfangen um uns dann entwickeln zu können.“ Das was bisher zustande gekommen sei bezeichnete der Obertroll als gigantisch.

Der Dennacher Troll mit seinem knitzen Gesicht, den Holzschuhen und waldfarbenem Kostüm ist angelehnt an die gleichnamige Sage aus dem Buch "Sagen aus dem Schwarzwald". Er lebte einst in den Dennacher Wäldern beim Conweiler Stein und man konnte ihn herbeirufen, um sich die besten Beeren und Pilze zeigen zu lassen. Jedoch tat er dies nur, um davon abzulenken, dass er eigentlich den goldenen Pilz der Waldelfen bewachte. Eine entsprechende Darbietung durch Hästräger aus der Region durfte bei der Häs- und Maskentaufe nicht fehlen.

Beeindruckend waren die die verschiedenen Hexentanzaufführungen. Gleich mit dem ersten Auftritt der Köhlerhexen aus Büchenbronn wurde die Schwabentorhalle auf ihre Standfestigkeit geprüft und hoher Maßstab gelegt für die nachfolgenden Gruppen. Die Stimmung brodelte so hoch, dass sogar die vierstufige Pyramide der beeindruckenden Bergdörfler bis zur Hallendecke reichte. Einen Schabernack hatten die Ittersbacher Hexen noch in petto, denn Jürgen Männicke wurde auf dem Rücken der Ittersbacher Hexen auf dem entblösten Öberkörper „gebrandmarkt“.

Zu guter Letzt zeigte sich auch Bürgermeister Horst Martin sehr erfreut darüber, dass in der Dennacher Fasnethochburg jetzt auch Hästräger die Fasnet beleben und übte mit den zahlreichen Gästen gleich mal den Trollschlachtruf ein: „ Finger weg vom Pilz“.