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Altatec möchte seinen Standort am Edeka-Kreisel in Wimsheim erweitern. Foto: Fux
Altatec möchte seinen Standort am Edeka-Kreisel in Wimsheim erweitern. Foto: Fux
21.12.2016

Hafner-Déjà-vu im Gemeinderat: Altatec will erweitern

Wimsheim. Für eine kontroverse Diskussion sorgte im Wimsheimer Gemeinderat die fünfte Änderung des Bebauungsplans „Breitloh West“. Der Grund: Die Firma Altatec, die Zahnimplantate herstellt, möchte östlich der Maybachstraße ihren Standort erweitern. Wimsheims größter Arbeitgeber – mit derzeit rund 350 Beschäftigten – will dazu nicht nur die Produktion, Labor und Lager erweitern, sondern auch sein Speziallabor, das sich bisher in Tübingen befindet, in die Heckengäugemeinde holen. Dort werden zur Oberflächenbehandlung der Implantate allerdings verschiedene Chemikalien verwendet. Doch deren Auflistung liegt der Gemeinde bisher noch nicht komplett vor.

Bürgermeister Mario Weisbrich und die Räte wissen bisher von Flusssäure und Salpetersäure, beides liege jedoch vom Wirkvolumen unter einem Kubikmeter, so dass bisher weder eine Umweltverträglichkeitsprüfung, noch eine Einzelfallprüfung notwendig seien. Und auch das Gewerbegebiet müsste nach diesen Angaben nicht in ein eingeschränktes Industriegebiet umgewandelt werden. Doch noch fehlen einige Stoffe, die gegebenenfalls auch den Status des Gebiets ändern könnten. „Davon gehe ich nicht aus, aber genau wissen wir es erst, wenn die gesamte Stoffliste vorliegt“, betonte Weisbrich.

So könnte im Extremfall aus dem bisherigen Gewerbegebiet ein eingeschränktes Industriegebiet werden.

Und dies sorgt bei den neuen Gemeinderatsfraktionen, der Bürgerinitiative (BI) und Wimsheim Miteinander (WM), die sich in der zurückliegenden November-Sitzung allerdings zu den Altatec-Plänen noch unkritisch äußerten, nun für Hellhörigkeit. Einige hatten gar ein Déjà-vu. „Winkt man jetzt kurz vor Weihnachten, wie damals bei der Hafner-Ansiedlung 2012, das Verfahren durch. Das wäre ein verheerendes Signal nach außen“, betonte Sandra Beck-Lankocz (BI).

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