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18.03.2016

Haftstrafe für Autoknacker nach Aufbruchserie

Endspurt im Prozess um eine Bande von Autoknackern aus Pforzheim und dem Enzkreis. Den fünf Männern wurde vorgeworfen, im Zeitraum zwischen Dezember 2014 und Juli 2015 Lenkräder, Airbags und andere Autoteile aus Autos der Marken BMW und Mercedes entwendet zu haben.

Der neunte und letzte Verhandlungstag vor dem Schöffengericht in Pforzheim begann mit den restlichen Plädoyers der Anwälte von zwei der fünf Angeklagten. Rechtsanwalt Thomas Maffert forderte für seinen Mandanten eine Bewährungsstrafe im Ermessen des Gerichtes. Er argumentierte, dass man eine Bandenmitgliedschaft des Angeklagten nicht beweisen könne. Sein Mandant sei nur bei einer Tat im März 2015 im Kreis Esslingen beteiligt gewesen, und habe dies bereits gestanden. Staatsanwalt Nitschmann hatte am vorausgegangenen Verhandlungstag eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung gefordert.

Strafverteidiger Bastian Meyer verwies auf die Geständigkeit seines Mandanten bei zwei Taten aus dem April 2015. Zwei weitere Fälle, in denen der Angeklagte Lenkräder gekauft haben soll, könnten nicht als gewerbsmäßige Hehlerei nachgewiesen werden. Meyer forderte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sieben Monaten auf Bewährung, Nitschmann hatte auf zwei Jahre und zehn Monate auf Bewährung plädiert. Meyer stellte zudem in Frage, ob man bei den Männern von einer Bande sprechen könne, und sah dies als nicht bewiesen an. Anders der vorsitzende Richter Andreas Heidrich: Er verurteilte die fünf Männer wegen Bandendiebstahls, schweren Diebstahls und gewerbsmäßiger Hehlerei zu vier Jahren und zehn Monaten, drei Jahren und zehn Monaten und zwei Jahren Haftstrafe sowie neun Monaten auf Bewährung und einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung. Zwei der Angeklagten müssen wegen Fluchtgefahr zudem in Untersuchungshaft bleiben. Die zwei Bewährungsstrafen begründeten sich auf die Vorstrafenfreiheit der Männer.