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Ein Kleinwagen fährt in Nürtingen durch hohes Wasser, das nach starken Regenfällen in einer Unterführung steht. Im Südwesten gab es das gleich an mehreren Stellen, in Pforzheim und im Enzkreis gab es keine Unwetterschäden.
Ein Kleinwagen fährt in Nürtingen durch hohes Wasser, das nach starken Regenfällen in einer Unterführung steht. Im Südwesten gab es das gleich an mehreren Stellen, in Pforzheim und im Enzkreis gab es keine Unwetterschäden. © dpa
© Symbolbild dpa
28.05.2016

Hagel, Schlammlawine, überflutete Keller und Unterführungen im Südwesten – Region bleibt verschont

Pforzheim und der Enzkreis sind am Wochenende von großen Unwettern verschont geblieben. Am Samstag und Sonntag kamen aus den Wolkenbergen nur Regenschauer und weder Blitz noch Hagel. Hingegen richteten Unwetter mit Hagel und sintflutartigem Regen in anderen Teilen Baden-Württembergs große Schäden an.

Unwetter mit Hagel und sintflutartigem Regen haben am Wochenende in Teilen Baden-Württembergs große Schäden angerichtet. Straßen verwandelten sich in Flüsse, hunderte Keller liefen voll, und im Schwarzwald sank eine Wanderin bei einem Erdrutsch in eine Schlammlawine ein. In Plankstadt (Rhein-Neckar-Kreis) schlug ein Blitz in ein Wohnhaus ein und setzte den Dachstuhl in Brand. Nach Angaben der Polizei entstand rund 500 000 Euro Schaden. In Nürtingen blieb ein Auto am Samstag in den Wassermassen in einer überfluteten Bahnhofs-Unterführung stecken. Die Gefahr neuer Unwetter war im Südwesten laut Wetterdienst auch am Sonntagabend noch nicht gebannt.

Vor allem im Neckar-Odenwald-Kreis hieß es am Samstag: Land unter. Die Polizei berichtete, auch Feuerwehren, das Technische Hilfswerk und Bauhöfe seien pausenlos im Einsatz gewesen - unter anderem in Waldbrunn, Neckargerach und Mosbach. In mehreren hundert Kellern stand das Wasser, Schlamm und Steine türmten sich auf vielen Straßen. Teils gab es Überschwemmungen von bis zu 50 Zentimetern Höhe.

Mehrere Strecken im Neckar-Odenwald-Kreis mussten für den Verkehr gesperrt werden - teils bestand die Gefahr einer Fahrbahn-Absenkung. In Waldbrunn wurden laut Polizei mehrere Fahrzeuge auf der Straße zusammenschoben. Durch die Wassermassen brach bei Neckargerach der Damm eines Regenrückhaltebeckens und überflutete die Umgebung. Verletzte gab es bei den Unwettern nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei nicht.

Auch im angrenzenden Rhein-Neckar-Kreis sorgten Gewitter für Schäden. Es kam unter anderem zu einem Erdrutsch, Holzlatten stürzten von einem Dach, Gullydeckel wurden auf die Fahrbahn geschwemmt. Auf den Autobahnen 6 und 5 kam es zu zwei Unfällen wegen Aquaplaning.

In der Wutachschlucht im Hochschwarzwald versank am Samstag eine 64 Jahre alte Wanderin bis zur Hüfte in Erdmassen, als sie eine schmale Wegstelle passieren wollte, an der vermutlich wegen heftigen Regens Schlamm und Geröll auf den Wanderweg gerutscht waren. Beim Überqueren blieb die Wanderin stecken, versank und verletzte sich leicht.

In vielen Landesteilen musste nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes bis Sonntagnacht mit unwetterartigen Schauern, Hagel und Sturmböen gerechnet werden. «Erst mit Beginn der Woche sinkt das Unwetterpotenzial und das Wetter beruhigt sich wieder», sagte ein DWD-Sprecher.