Hangensteiner Hof kommt unter den Hammer

Mühlacker-Dürrmenz. Seit wenigen Wochen ist es amtlich und mittlerweile auch im Internet von jedermann einsehbar: Der Hangensteiner Hof in Dürrmenz wird im Juni zwangsversteigert. Neben den landwirtschaftlichen Flächen, die den Hof umgeben, ist davon auch das im Jahr 1940 erbaute Wohn- und Geschäftshaus inklusive Gaststätte betroffen. Grund, dass der Aussiedlerhof unter den Hammer kommt, ist nach Angaben des Amtsgerichts Pforzheim die Aufhebung der Erbengemeinschaft.

„Wir haben schon seit Längerem geahnt, dass da was im Busch ist“, sagt Jürgen Klemm, der erste Vorsitzende des Flugsportclubs (FSC) Mühlacker, der in unmittelbarer Nachbarschaft seinen Flugplatz unterhält. Wenn der Hangensteiner Hof samt landwirtschaftlicher Flächen an einen anderen Eigentümer übergeht, ist laut Klemm das FSC-Gelände nicht tangiert, welches in Teilen sowohl der Stadt als auch dem Verein gehört. „Wir sind aber sehr daran interessiert, unsere Fläche durch potenzielle Zukäufe abzusichern“, sagt der Chef des Flugsportclubs und deutet damit gleichsam an, dass sich womöglich auch der Mühlacker Verein an der Versteigerung beteiligen könnte. Denn Jürgen Klemm befürchtet, dass ein Eigentümerwechsel beim Hangensteiner Hof auch Auswirkungen auf den Flugbetrieb und speziell auf das jährliche große Flugplatzfest haben könnte. „Man muss gedanklich nur mal den Fall durchspielen, dass dort vielleicht ein Reiterhof entstehen könnte“, gibt Jürgen Klemm zu bedenken.

Völlig überrascht von der Zwangsversteigerung des Aussiedlerhofs zeigte sich derweil die Stadt Mühlacker. „Davon hatten wir überhaupt keine Kenntnis“, räumt Bürgermeister Winfried Abicht auf PZ-Nachfrage ein, macht aber gleichzeitig ein generelles Interesse der Stadt an landwirtschaftlichen Flächen geltend. „Wir werden uns genau anschauen, welche Flurstücke von der Zwangsversteigerung betroffen sind und dann gegebenenfalls reagieren“, kündigt Abicht an. Die Eigentümer des Hangensteiner Hofs waren gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.