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Mit der Blockflöte begleitet Ulrike Heinzelmann-Doll ihren Mann Hans Doll, der seit 50 Jahren in Kirchen in Pforzheim und der Region Orgel spielt. Seit 2006 musiziert er auch in der evangelischen Kirche in Bauschlott. Foto: Dietrich
Mit der Blockflöte begleitet Ulrike Heinzelmann-Doll ihren Mann Hans Doll, der seit 50 Jahren in Kirchen in Pforzheim und der Region Orgel spielt. Seit 2006 musiziert er auch in der evangelischen Kirche in Bauschlott. Foto: Dietrich
27.12.2016

Hans Doll spielt seit 50 Jahren Orgel in verschiedenen Kirchen in Pforzheim und der Region

Neulingen-Bauschlott/Enzkreis. Es war der väterliche Druck, der Hans Doll einst dazu brachte, die Kirchenorgel zu spielen. Über 50 Jahre liegt das nun zurück. Und aus dem damals jungen Mann ist ein leidenschaftlicher Organist geworden, der unzählige Gottesdienste in der Region musikalisch begleitet und bereichert hat. Dafür dankte Pfarrerin Christiane Klebon-Schulz im Gottesdienst in der evangelischen Kirche Bauschlott Hans Doll mit lobenden Worten und einem Präsent. „Genauso wie wir Pfarrermangel haben, fehlt es auch an Organisten. So gibt es bereits Kirchengemeinden, wo im Gottesdienst eine CD zu den Liedern läuft, darum müssen wir froh und dankbar sein, dass dies bei uns noch nicht so ist“, betonte die Gemeindeseelsorgerin.

Vor zehn Jahren trat Doll in der Bauschlotter Kirche seinen Dienst an, wo er sich mit Volkwin Weiss und Björn Kraus abwechselt. Doch seine Laufbahn begann bereits 1966 in den evangelischen Kirchen Sankt Stephan in Nußbaum und Sankt Wolfgang in Sprantal. Bis dahin war Lehrer Wilhelm Kappler Organist in den beiden Kirchen gewesen. Als jener überraschend krank wurde, sagte Pfarrer Otto Doll zu seinem damals 20-jährigen Sohn Hans: „Du spielst am Sonntag die Orgeln in den Gottesdiensten!“ Alle Versuche dem zu widersprechen, scheiterten. Schon mit 18 Jahren hatte er schließlich begonnen auszuhelfen. Doch ganz übernehmen wollte er eigentlich nicht.

Otto Doll, der von Dezember 1945 bis Juni 1978 in den Kirchengemeinden Nußbaum und Sprantal wirkte, hatte die musikalische Begabung seines Sohnes entdeckt und wollte sie fördern. Und so übte Hans Doll am Klavier im Pfarrhaus, unter Anweisung seines Vaters, für den Gottesdienst.

Mit dem Lied „Mädchen warum weinest du“, machte er Fingerübungen. Und auch Hans Doll war es manchmal zum Weinen zumute – wenn ein falscher Ton erklang. Denn dies missfiel seinem Vater sehr, erinnert sich der Organist noch heute. So nahm Hans Doll schließlich Orgelunterricht und entwickelt sich zu jenem leidenschaftlichen Organist, der bis heute zu allen Liedern, die er spielt, auch selbst singt.

Als er nach 24 Jahren in Nußbaum und Sprantal seinen Organistendienst beendete, spielte er zunächst in der evangelisch-methodischen Kirche in Bauschlott. Außer in der evangelischen Kirche in Bauschlott, musiziert Doll bis heute in mehreren Kirchen in der Region und in Pforzheim. Weitermachen will er, so lange er kann. Denn früher musste er auf der „Königin der Instrumente“ spielen – und heute kann er es nicht mehr lassen.

Seine Frau Ulrike Heinzelmann-Doll koordiniert die vielen Termine. Zudem begleitet sie ihren Mann teilweise mit der Blockflöte.