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Tausende werden wiederzum Happiness Festival erwartet. Der Knaller am Samstag: die kanadische Punkrockband Sum 41. © PZ-Archiv
12.07.2011

Happiness: Wer feiern will, muss schaffen können

STRAUBENHARDT-SCHWANN. Das vom 15. bis 16. Juli in Schwann stattfindende Happiness-Festival wird erst durch die ehrenamtliche Arbeit ermöglicht. Die PZ schaute den Jugendlichen bei den Vorbereitungen über die Schulter.

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Der gelbe Kleinbagger rumpelt durch das Gebüsch am Straßenrand und reißt dabei einen Haselnussstrauch heraus. In einer langen Reihe stehen Jugendliche mit Spaten und Spitzhacke bewaffnet daneben, um sofort zuzugreifen, wenn der Bagger wieder ein Gebüsch oder einen kleinen Baum entwurzelt hat. Die Geräuschkulisse der Baumaschine wird ergänzt durch das Surren von Bohrmaschinen, das Brummen der Rasenmähermotoren und ein stetiges Hämmern. Durch den sich lichtenden Streifen lassen sich schon von der Straße aus etliche Buden erkennen, die mit Elan und feixenden Kommentaren aufgebaut werden.

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Die ehrenamtlichen Helfer opfern freiwillig jede Minute ihrer Freizeit, um den Besuchern des Happiness-Festivals ein schönes Ambiente zu bieten. Dass dabei jeder mitmacht, ist für die Jugendlichen Ehrensache und Herzensangelegenheit zugleich.

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Der Vorsitzende des Happiness-Festival e.V. Benjamin Stieler ist zum Beispiel gerade auch der Baggerfahrer. Nachdem er die Maschine zum Schweigen gebracht hat, erklärt er: „Jeder von uns erfüllt hier mehrere Positionen. Der Planungsaufwand für das Happiness ist immer weiter gestiegen, deswegen sind wir froh, dass wir ein Team aus derart motivierten Jugendlichen haben.“ Seine Erklärung wird durch das Klingeln seines Handys unterbrochen. „Die Getränke sind da und der Fahrer weiß nicht wohin damit“, erklärt Stieler und winkt seinem Kollegen Jonathan Peuker zu.

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Der kämpft gerade mit dem Aufbau einer Strandbar und koordiniert nebenher ebenfalls per Handy die Anlieferung von Kühlelementen, während er auf einem ihm präsentierten Muster die Bestellung der T-Shirts mit Happiness-Aufdruck absegnet. „Wie Sie sehen braucht man bei uns gute Multitasking-Fähigkeiten und ein gewisses Maß an Improvisationsfähigkeit – und am besten vier Hände“, sagt er mit verschmitztem Lächeln, während er schon weiter zum Lieferanteneingang des Geländes eilt.

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Dort werden gerade etliche mannshohe Bier-Paletten von einem Laster abgeladen, hinter dem schon ein Transporter mit Chemie-Toiletten bereit steht, dessen Fahrer ungeduldig hupt. Sofort reagieren einige Helfer und beginnen den Transporter direkt auf einer angrenzenden Wiese zu entladen. Tobias Wynendaele ist zwar für die Karten zuständig, doch als er das Hupen hört, verlässt auch er seinen Arbeitsplatz am Laptop und schnappt sich ein Paar Handschuhe. Während er auf die Ladefläche des LKW klettert, erzählt er nicht ohne Stolz: „Dieses Jahr wird es wohl keine Abendkasse mehr geben. Wir sind schon nahezu ausverkauft, die Wochenendkarten sind ganz weg und Tageskarten gibt’s nur noch wenige für Freitag.“

Besonders begeistert berichtet er über die vielen Gäste, die aus verschiedensten Teilen Deutschlands und sogar den Nachbarländern erwartet werden: „Selbst aus Frankreich, der Schweiz, den Niederlanden und Belgien kommen die Leute nach Straubenhardt, um eine gute Zeit zu haben – da weiß man wofür man das ganze Jahr geackert hat!“

Ein Ruf vom Dach des nahen Jugendhauses des AJCS unterbricht das Gespräch abrupt. Denn Sebastian Rosenberg hat gerade die Verkabelung der Webcam fertiggestellt und muss per Laptop die Verbindung überprüfen. Von der erhöhten Position ist das Festivalgelände gut zu überblicken. Sechs Getränkestände und zwei Essensstände befinden sich gerade im Bau und auf der erweiterten Festivalwiese bereiten Helfer gerade die Plus-Chill-Out-Lounge mit 150 Liegestühlen vor.

Als die Sonne untergeht und das geschäftige Treiben und die Geräuschkulisse abnehmen, hat die Szenerie etwas fast schon Idyllisches. Wieder in einer Reihe sitzen die Freiwilligen auf dem Dachfirst und lassen sich ein eigens für das Happiness ettikettiertes Feierabend-Bier schmecken.

„Es ist zwar immer eine Heidenarbeit und die Vorbereitungen kosten uns viel Zeit und Mühen - aber wenn man dann die glücklichen Gesichter der Gäste sieht, wird man für all die Entbehrungen während der Vorbereitungsphase entlohnt,“ fasst der Veranstalter Stiehler zusammen. Die anderen Jugendlichen quittieren die Aussage mit begeistertem Zuspruch und einer aus der Runde fügt scherzhaft hinzu: „Wer feiern will, der muss halt auch schaffen können.“ Philipp Jungk

Weitere Informationen zum Kartenverkauf und zum Festival finden Sie auf www.happiness-festival.de. Einen Blick auf das Gelände können Sie mit der Webcam erhaschen unter www.happiness-festival.de/webcam.

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